Liebster Award: Ich bin nominiert. Und freu mich!

Das Internet ist manchmal schon lustig…. Da kommt eine Frau auf mich zu, mit der ich verblüffend viele Gemeinsamkeiten habe: heißt auch Maria, hat ebenfalls den Magister Artium in spannend schönen, nur scheinbar „brotlosen“ Fächern gemacht, war genau wie ich ganz lange PR-Beraterin und Pressesprecherin in großen Unternehmen, wohnt und arbeitet sozusagen einen Steinwurf von mir entfernt, über den Rhein rüber in Bergisch Gladbach… Und nominiert mich zum „Liebsten Award“. Kurz: Maria Fahnemann von Fahnemann Kommunikation und Coaching hat mir in ihrem Blog „Aufbruchscoaching“ die unten stehenden Fragen gestellt.

Darüber freue ich mich. Sehr. Denn im Gegensatz zu vielen andren halte ich diese Award-Geschichten immer wieder für eine großartige Chance…  Ich sag nur „Liebster Award 50plus„. Diesmal mache ich es ein wenig moderater: Es wird in meinem nächsten Blogbeitrag- wenn ich dann 11 Menschen nominiere, in meinen Fragen um „Altes und Neues“ gehen. Falls jemand Lust hat, mitzumachen: Gern jetzt schon melden!

 

Hier Marias Fragen. Und meine Antworten

Was war dein bisher erfolgreichster Blogartikel? Und woran machst du das fest?
Definitiv meine Blogparade über Grenzen und Notwendigkeit von privaten Informationen in einem Blog. Ich weiß: Du hast nach einem Artikel gefragt – der bildete den Startschuss zur Aktion. Und auch wenn die meisten Menschen mein Ding mit der „Rechnung“ nicht wirklich einleuchtend fanden, war die Resonanz enorm. Damit meine ich nicht nur die „nackten Zahlen“, sondern vor allem auch die Meinungs-Vielfalt. Ich hab mir dann mit der Auswertung viel Mühe gegeben – schließlich hatte ich eine Frage gestellt, die mich selbst brennend interessierte (und ich glaube, genau das ist wichtig!) So gab es dann Auswertung eins und zwei. Außerdem kam ich über diese Aktion mit Menschen in Kontakt, deren Blogs ich sonst vermutlich nicht im Blick gehabt hätte. Viele davon gehören jetzt noch immer zu meiner regelmäßigen Lektüre. Und das nenne ich dann Erfolg. „Neues lernen bzw. erfahren“ und „Nachhaltigkeit“ sind für mich zwei wichtige Kriterien dafür.

Für wen schreibst du deinen Blog?
Es gibt einen Punkt, über den gibt es mit manchen potentiellen Leser/innen immer mal wieder Differenzen… Und zwar die Frage: Macht es Sinn, das Alter zu thematisieren? Ich bin fest davon überzeugt: Ja! Macht es! Es ist ganz und gar NICHT so, dass ich nur für über Fünfzigjährige schreibe. Und es ist bestimmt auch nicht mein Lieblings-Thema. Das gehört zu den Missverständnissen derjenigen, die mir immer wieder sagen: „Lass doch den Quatsch mit dem Alter!“ Sie vermuten wohl, da wird nur über Alters-Zipperlein gejammert. Das ist aber keineswegs so (wie übrigens auch ein Blick auf die Plattform www.blogs50plus.de beweist). Nein, ich finde, es ist kein Quatsch. Wir „Babyboomer“ (! Ehrlich! Ein Begriff ist blöder als der andere!) haben eine ganz besondere Sozialisation zwischen Aufbruch, jeder Menge Utopien und Ernüchterung… Ich glaube, das hat uns einen ziemlich kontrastreichen Blick auf uns und die Welt beschert. Diesen Blick möchte ich thematisieren – und das meine ich unter anderem mit meinem Motto „älter werden und sichtbar bleiben“. Also: Ich schreibe natürlich für all jene, die diese Zeit(en) erlebt haben. Ebenso aber auch für alle, die sie NICHT erlebt haben und mehr darüber – besser gesagt: über uns – wissen wollen. Ohne das „Etikett 50plus“ funktioniert das aber einfach nicht. Und darum klebe ich es mir sehr gerne auf….

Woher nimmst du die Ideen für deine Artikel?
Ich gehöre zu denen, die eher an Ideen-Flut als an Ideen-Mangel leiden…. Quellen für meine Artikel sind manchmal Bücher, oft Fundstücke im Netz: „Da will ich was zu sagen, könnte auch für meine Leser/innen interessant sein!“ Oder Ideen, die mir beim Spaziergehen, in der Badewanne oder der U-Bahn kommen… Die kommen unangemeldet, keine Ahnung, woher. Oft fang ich dann an, erste Sätze auf Notizzettel zu kritzeln – und verwerfe sie später wieder. Es kommt aber auch vor, dass ich einfach das Gefühl habe, ich muss mich der Welt erklären: Wie ich ticke, denke, fühle…

Was bedeutet für dich Netzwerken? Und wie pflegst du dein Netzwerk?
Netzwerke sind für mich SEHR wichtig. Ich hab nämlich ernsthaft Angst vor Vereinsamung – und sehe mit Sorge, wie die um sich greift… Vor allem bei nicht mehr ganz so jungen Menschen. Außerdem bin ich wirklich das geborene „Rudeltier“. Ich brauche die Gemeinschaft, zum Quatschen und damit mir ab und zu mal jemand „den Kopf wäscht“, zum gemeinsamen Lachen und Dinge entdecken. Auch der Informations-Aspekt ist wichtig: Ein gutes Netzwerk erspart es dir, jede der siebentausend Recherchen, die du heute täglich vornehmen musst, selbst zu erledigen. Und ein gutes Netzwerk gibt dir das Gefühl von Zugehörigkeit. Das fühlt sich einfach gut an. Pflege? Wie bei jeder zwischenmenschlichen Beziehung: sich regelmäßig melden, da sein, zuhören, ernst nehmen, anpacken, wo nötig und/oder gewünscht. Und: sich selbst öffnen… womit wir – was Online-Netzwerke angeht –  schon wieder bei der Frage meiner Blogparade wären….

Du darfst ein Fest feiern, egal zu welchem Anlass, Ort und Budget spielen keine Rolle. Was für ein Fest ist das und was passiert da?
Das ist ein ganz zwangloses Fest, ein riesiger Tisch (viel, viel größer als auf meinem Foto!) steht in der freien Natur – vermutlich in einem großen Garten, es regnet nicht, ein Haus mit großer Küche gehört dazu. essen-trinken, liebster award fahnemann. Copyright www.unruhewerk.de

Wer Lust hat, kocht, allein oder mit anderen, ganz toll wäre, wenn der Garten frisches Gemüse und/oder Obst bietet, das man pflücken kann …. Damit beginnt das Fest… und es kann auch mehr als einen Tag dauern. Wer keine Lust hat, bringt was mit, beauftragt einen Catering-Service, egal. Ja, das Essen steht im Mittelpunkt. Und alles, was man drumherum gemeinsam machen kann: Seilspringen, Weinproben, Scharaden, Quatschen sowieso…. Unbedingt gehört Musik dazu…vom Balkan, keltisch, italienisch, keine Ahnung, mit vielen echten Instrumenten. Nur zur Not „aus der Konserve“. Die Gäste sind wild zusammen gewürfelt. Den Kern bilden Freunde und Nachbarn, die dürfen aber mitbringen, wen sie wollen. Und in dem Haus daneben müssen viele Zimmer sein, in denen man sich  auch mal aus dem Trubel zurückziehen kann, wenn mans grad braucht, schlafen, lesen oder anderes….

Was war die wichtigste Begegnung deines Lebens und warum?
Natürlich die mit meinem Mann. Weil ich ihn liebe. Und das seit 26 Jahren.

Was möchtest du in deinem Leben unbedingt noch herausfinden?
Ach herrjeh! So was wie: Was die Welt und mich im Innersten zusammenhält….

Welche berufliche Erfahrung hat dich am stärksten geprägt für dein weiteres Berufsleben?
Ich hab mich ja immer in der Welt der Bücher und Texte gesehen… daran hat sich nie was geändert. Doch lustigerweise hat mich ein Erlebnis sehr geprägt, das ich bei meinem einzigen Abstecher in eine andere Berufswelt hatte: zwei Jahre lang war ich die Assistentin in einer Galerie für Moderne Kunst. Und dort hab ich ganz viel über Verantwortung und das Vertrauen in mein „Bauchgefühl“ gelernt. Ich hab hier einen Blogbeitrag darüber geschrieben.

Du darfst mit einer Person des öffentlichen Lebens einen Tag verbringen und diese Person alles fragen, was du möchtest. Welche Person wäre das und warum diese? (Auch historische Personen dürfen genannt werden)
Else Lasker-Schüler. Weil sie so eine großartige Träumerin war. Weil sie die traurig-wunderbarsten Liebesgedichte geschrieben hat, die ich kenne. Weil sie in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gelebt hat und ich diese Zeit sehr, sehr spannend finde. Weil sie sich eine ganz eigene Welt geschaffen hat – etwas, worum ich sie beneide. Aber andrerseits nicht sicher bin, ob es nicht einen Punkt gab, an dem man ihren Weg als gescheitert betrachten muss. Und ob sie diesen Punkt hätte vermeiden können. Oder wollen. Sie starb völlig verarmt in Jerusalem – die meisten Menschen halten das für ein „gescheitertes Leben“. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass sie nicht ganz so unglücklich war, wie man vermuten könnte… Das würde ich gern herausfinden.

Hast du einen Lieblingsfilm? Welcher ist das?
Ich hab irgendwann den Kontakt zum Kino verloren. Leider. Kann ich grad gar nicht beantworten, sorry!

Es muss nicht immer alles sinnvoll sein, daher: Was ist, deiner Meinung nach, die überflüssigste aber schönste Erfindung?
Die Badewanne. Aber nee, die IST sinnvoll! (Irgendwie kriegt am Ende doch alles irgendwie einen Sinn, oder?)

Liebe Maria, danke! Hat Spaß gemacht! Deine Maria

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