Versponnen, verträumt oder krumm … Das Schuhrakel offenbart uns so manches

Versponnen, verträumt oder krumm … Das Schuhrakel offenbart uns so manches

Meine erste Begegnung mit den ungeheuer schönen Karten des wundersamen Schuhrakels von Birgit Faschinger-Reitsam und Sabine Paul hatte ich auf dem Treffen der Blogger/innen 50plus in München. Da sprangen mich plötzlich grüne Drachen-Schuhe an … auf dem Foto ganz gut zu erkennen, sozusagen in „erster Reihe“.

Natürlich hatte ich überhaupt nicht hingesehen , was für eine Karte ich denn da ziehe. So gehört sich das ja auch für ein Orakel. Und – ups! – die Karte sagte mir ganz eindeutig, dass ich meinen „Durchsetzungsmuskel“ besser trainieren sollte. Touché! Wie so ein Training geht, und warum ich das tun sollte, das steht dann in dem mitgelieferten Büchlein. Denn dieses ungewöhnliche Orakel ist ungeheuer liebevoll und bis ins kleinste Detail durchkomponiert: Eine Nummer auf der Karte verweist dich im Büchlein an die richtige Stelle. Dort gibt es dann Beschreibungen des Ist-Schuhstands (autsch! Zustands natürlich …) plus ganz konkreter  Anregungen, Tipps und/oder Übungen mit Tanz, Musik, Salz, klugen Fragen oder regelrechten Handlungsanweisungen, wie etwa: „Geh in ein Café und schreibe in dein Tagebuch“.

Wie kommt man denn auf so was?!

Also erst einmal ist Birgit Faschinger-Reitsam die Draufgängerin und Bloggerin 50plus. Ihr Blog sei „aus Schmerz geboren“, sagt sie. 2015 suchte sie verzweifelt nach „Tipps gegen meine unsäglichen Fußschmerzen“.  Die fand sie, half sich selbst und ihren Füßen – das Tangotanzen darf also weiterhin gelebte Leidenschaft für sie bleiben. Und hilft heute anderen Frauen, denn eins ist mal sicher: So ein (Fuß-)Schmerz, der kommt nie von allein. Darum nimmt sie auch alle damit verbundenen Emotionen wie etwa Scham oder Wut unter die Lupe. Das habe ich in meinem kleinen Porträt über sie 2016 geschrieben. Mit dem Schuhrakel kommt nun noch eine ganze Menge mehr dazu: Bilder, Emotionen und Überraschungen.

Da sind zum einen die 44 wunder-, wunderschönen Schuhe: Jede Karte ist einem bestimmten Thema oder Stichwort gewidmet und mit einem besonderen, oft außergewöhnlichen Schuhmodell illustriert. Manchmal handelt es sich um die „untragbaren Werke“ aus einem Schuhmuseum, manchmal lieferten Künstler oder echte Schuhdesigner die gedanklichen Vorlagen. Und manchmal sind es ganz einfach Mokkasins, alte Boots, ganz „normale“ Ballerinas, Pumps oder Holzschuhe. Sabine Paul ist die Künstlerin, die das alles sehr anregend gemalt hat, „Körpergefühlspezialistin“  Birgit Faschinger-Reitsam hat die Texte geschrieben. Und beide gemeinsam haben lange getüftelt, bis das alles so auf den Punkt passte … Wie ein gut sitzender Schuh eben. Auch, wenn dieser Schuh oft absolut extravagant, versponnen oder gleich völlig untragbar daherkommt. Was natürlich gut ist. Denn genauso sind wir doch auch. Manchmal zumindest: Untragbar, versponnen, verträumt, in den Wolken oder ausgelatscht, krumm, zu eng verschnürt, mit Federn geschmückt, bodenständig oder mit Zacken bewehrt ….

Und was dann?

Ganz wichtig: Dann hat man Spaß mit all diesen Kunstwerken! Spielt einfach. Und lässt sich von den Karten was erzählen … „Anregend und ungewöhnlich“, „inspirierend“, „macht Lust“, „es offenbaren sich kleine und große Geheimnisse“, „viele Denkanstöße“, „faszinierend“ – das sind nur ein paar Stimmen von Menschen, die sich mit dem Schuhrakel beschäftigt haben. Mal mehr spielerisch, mal sehr ernsthaft, mal allein und mal im Kreis von Schwestern, Freundinnen – oder auch Männern. Geht nämlich alles. Birgit hat mir auch von Menschen erzählt, die erst mal tagelang um die Karten herumgeschlichen sind, bis sie sich ein Herz, beziehungsweise eine Karte fassten. Das wird – wie auch beim blitzschnellen Kartenziehen – sicher die Richtige gewesen sein. Und jedes Mal offenbart das wundersame Orakel wieder neue Geheimnisse. Das ist so. Versprochen!

Selbst Menschen, die allem, was da so „orakeln“ könnte, skeptisch gegenüber stehen, können ihre helle Freude an den wunderbar aufregenden Schuhmodellen haben … Denn die machen dann doch immer mindestens eines: neugierig. So ging es mir jedenfalls. Manche dieser Karten würde ich mir am liebsten an die Wand hängen … wie ein Bild. Aber das ist sicher zu unbeweglich und so kann ein Orakel vermutlich auch schlecht arbeiten … Also lasse ich es bleiben. Und ziehe lieber ab und zu mal eine Karte … Das macht einfach Spaß. Und das Ganze ist natürlich auch ein wunderbares Geschenk!

Da ist sie, Birgit Faschinger-Reitsam, fotografiert im April 2018 beim Bloggertreffen 50plus in München:

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Service

Verlag: Frauenschuh-Verlag

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3981923804

Preis: 24,70 Euro

 

 

Text und Fotos: Maria Al-Mana, Unruhewerk


 

Ich freue mich, wenn ihr diesen Beitrag in die Welt tragt ... danke!

2 Gedanken zu „Versponnen, verträumt oder krumm … Das Schuhrakel offenbart uns so manches

  1. Liebe Maria, du beschreibst es so einfühlsam und ja, man kommt sich ein wenig versponnen oder seltsam vor, in den gezogenen Karten eine Bedeutung hineinzulegen. Trotzdem:

    Es ist sehr spannend zu schuhrakeln. Ich hatte mir die Karten nach dem Blog50plus – Treffen bestellt, wollte sie eigentlich verschenken und habe sie selbst behalten. Warum? Gerade herrschte bei mir Stillstand, kreative Pause oder Leere im Gehirn, was liegt näher, als eine Karte zu ziehen, sich diesen Schuh anzuziehen und gleich einen Artikel darüber zu schreiben, wie man seinen inneren Aufpasser überwindet.

    Meine Karten in dieser Woche waren: Erfolge feiern mit der magischen Zahl 3, Unterstützung (wozu, kann doch alles alleine), gleich zwei Mal Würde, Fülle und als letzte Sichtbarkeit. Passten alle.

    Und weil es so schön war, schuhrakele ich weiter und genieße die Anweisungen.

    Ganz herzliche Grüße
    Elvira

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