Impressionen Blogs50plus: Die Draufgängerin

Sehr sympathisch finde ich das Motto auf der Startseite: „Du bist einzigartig – warum willst du normal sein?“ Das schrieb Birgit Faschinger-Reitsam und sie ist die Draufgängerin. Natürlich 50plus – was sonst? Was man allerdings nicht auf den ersten Blick sieht…. Sie „kümmert sich um Fußprobleme aller Art. Von Hallux valgus über Fersensporn nimmt sie nicht nur die Ursachen sondern auch die damit verbundenen Emotionen wie Scham und Wut unter die Lupe. Ein Blog für Frauen, die sich spüren wollen – Barfuß oder auf hohen Hacken.“ So weit ihre Selbstbeschreibung von der Plattform Blogs50plus – auf der sich übrigens noch immer kostenlos all jene eintragen können, die älter als 50 sind, einen Blog betreiben – und die Sache mit dem Älterwerden wenigstens ab und zu mal thematisieren.

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Birgit Faschinger-Reitsam ist die Draufgängerin. Foto: http://www.christine-wawra.de/

 

Liebe Birgit, seit wann bloggst du?
Start war der 10. Mai 2015. Davor habe ich mich ein halbes Jahr eingearbeitet. Webseite aufgesetzt, erste Artikel vorbereitet…

„Alles, um möglichst bald wieder Tango tanzen zu können….“

Gab es eine „Initialzündung“ zum Start deines Blogs? Wenn ja: Was war das?
Die Draufgängerin ist aus der Not geboren: Aus der verzweifelten Suche nach brauchbaren Tipps gegen meine unsäglichen Fußschmerzen. Alles, um möglichst bald wieder Tango tanzen zu können. Ich war verblüfft, wie wenig brauchbare Empfehlungen ich für mich fand. Das hat meinen Ehrgeiz geweckt: Schon nach sechs Wochen hatte ich so viel Material, dass ich ein Buch über den Umgang mit Fußproblemen schreiben hätte können. Parallel dazu bin ich beim Surfen im Internet auf das Medium Bloggen gestoßen. Davon hatte ich damals keine Ahnung. Eine Masterclass bei Markus Cerenak brachte die Entscheidung.

Für wen vor allem schreibst du? Wer ist deine wichtigste Zielgruppe?
Ich spreche Frauen rund um die Wechseljahre an, die ähnlich wie ich früher, wenig Bezug zu ihren Füßen haben. Frauen, die Teile ihres Körpers ablehnen und sich schämen darüber zu sprechen. Uns verbindet die Sehnsucht danach, sich deutlicher spüren zu lernen.

Scham und Wertschätzung…

Haben sich Themen und Zielgruppen im Lauf der Zeit verändert?
Anfangs wollte ich nur über Füße schreiben. Zahlen, Daten, Fakten. Der Draufgängerin war das zu öde und so habe ich den Mut gefunden, über Ursachen von Fußproblemen nachzuforschen und bin so zu außergewöhnlichen Einsichten gekommen. Dass ein Hallux valgus zum Beispiel, unglaublich viel mit Scham zu tun hat. Das Thema Wertschätzung für sich selbst und den wunderbaren weiblichen Körper steht im Vordergrund. Damit erreiche ich andere Frauen als bei einer nüchternen Reportage über Fußprobleme.

Was war dein schönstes Blog-Erlebnis?
Bloggen ist insgesamt schön! Der Kontakt zu meinen Leserinnen, die meine Arbeit wertschätzen, spornt mich an. Dann habe ich viele Freundschaften geschlossen mit Menschen, die ich sonst nie kennen gelernt hätte. Mein Leben ist reicher und aufregender geworden. Ganz besonders stolz bin ich über mein Buch: „Wenn Tango leiden schaf(f)t“, ein Ratgeber für Tänzerinnen, in das ich all mein Wissen gesteckt habe.

Gab oder gibt es Momente, in denen du denkst, „och nö! Bloggen ist eine ganz blöde Idee – hätte ich das bloß nie angefangen!“?
Nein – im Gegenteil. Ich lerne täglich so viel dazu. Allerdings birgt es die Gefahr, zu viel Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen. Da meine Inhalte sich jedoch darum drehen, den Körper zu spüren, ist das bei mir nicht so schlimm.

„Technik war meine Prüfung, ob es mir auch wirklich ernst ist…“

Wie sieht es aus mit der Technik: Hattest – oder hast du – technische Schwierigkeiten? Wie löst du die? Allein oder mit fremder Hilfe? 
Technik war und ist die große Herausforderung. Oder – was mir schnell klar wurde: Eine Prüfung, ob es mir auch wirklich ernst ist. Ich habe meine Berufung gefunden und lasse mich durch die Technik zwar manchmal einschüchtern aber nicht ausbremsen. Ich durfte lernen, um Hilfe zu bitten. Außerdem lasse ich mich coachen und meine Webmasterin greift mir bei Bedarf hilfreich unter die Arme.

Die Dinge beim Namen nennen….

Glaubst du, dein Blog ist irgendwie anders als der von etwa 20 Jahre jüngeren Menschen? Wenn ja: In welcher Hinsicht?
Definitiv. Jüngere Menschen, auch ich vor 20 Jahren, sehen in ihrer Arbeit häufig die Möglichkeit, Geld zu verdienen im Mittelpunkt. Mir geht es um Inhalte und dass ich meine Leserinnen erreiche. Der zweite Punkt ist Mut. Früher habe ich Zusammenhänge zwar erkannt, hätte aber nicht die Entschlossenheit an den Tag gelegt, mit der ich die Dinge heute beim Namen nenne. Genau das macht jedoch die Draufgängerin aus.

Was ist mit dem Zeitfaktor? Wie viel Zeit pro Woche wendest du für deinen Blog auf? 
Zwanzig Stunden kommen schon zusammen. Wobei ich Zeit für Recherchen, Seminare und Körperarbeit nicht mitrechne.

Wie hältst du es mit Werbung in deinem Blog? Wenn du keine hast, soll das so bleiben – oder kannst du dir vorstellen, das später noch zu ändern?
Da gehe ich von mir aus. Plumpe, aufdringliche Werbung nervt mich. Ganz anders, wenn sie besonders ist und Mehrwert liefert, das finde ich faszinierend. Für smarte Werbung, die angesprochene Themen sinnvoll flankiert, bin ich aufgeschlossen.

Was für Blog-Pläne hast du für die Zukunft?
Gerade bin ich dabei, Online-Kurse zum Thema Körperspüren zu erstellen. Die Kombination von Wissen, Wertschätzung und konkreten Tipps, die sofort umgesetzt werden können und unmittelbar zu Ergebnissen führen, reizt mich sehr.

 

 

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