Impressionen Blogs50plus: achtsame Lebenskunst und Älterwerden….

„Mehr Lebensqualität, weniger Stressbelastung durch Achtsamkeit und Minimalismus/Einfach-Leben“ – das ist das Thema von Gabi Raeggel, die ihren Blog „achtsame Lebenskunst“ schon seit 2014 betreibt. Sie ist sich sicher: „Im Minimalismus verzichte ich auf nichts, ich lasse lediglich Überflüssiges weg.“ Wie sie zu dieser Einsicht kam, führt sie in ihrer Selbstbeschreibung aus: „Als Sozialpädagogin mit über dreieinhalb Jahrzehnten Berufserfahrung hat die Auseinandersetzung mit Achtsamkeit und einem vereinfachten Lebensstil zu viel weniger Ballast, Belastung und Stress und dafür zu viel mehr Zufriedenheit geführt. Womit geht es mir wirklich gut? Der achtsame Umgang mit eigenen Bedürfnissen, Gefühlen, körperlichen Befindlichkeiten, eigenen Grenzen, ist ebenso ein Thema auf meiner Webseite, wie ein bewussterer und achtsamer Umgang mit Konsum.“
So weit ihre Selbstbeschreibung von der Plattform Blogs50plus – auf der sich übrigens noch immer kostenlos all jene eintragen können, die älter als 50 sind, einen Blog betreiben – und die Sache mit dem Älterwerden wenigstens ab und zu mal thematisieren.

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Foto: Vera Dohmann 

Liebe Gabi, gab es eine „Initialzündung“ zum Start deines Blogs?
Nein. Ich hatte einfach Lust darauf und wusste anfangs nicht mal genau, in welche Richtung es geht.

Für wen vor allem schreibst du? Wer ist deine wichtigste Zielgruppe?
Hm, diese Frage habe ich mir ehrlicherweise noch nie gestellt. Ich schreibe einfach über das, was mich besonders interessiert – für diejenigen, die diese Themen dann halt auch interessieren.

Austausch über Generationsgrenzen

Haben sich Themen und Zielgruppen im Lauf der Zeit verändert?
Die Themen haben sich entwickelt. Aufgrund von Stressbelastung habe ich mit MBSR-Achtsamkeit begonnen und die deutliche Entlastung durch einen einfacheren Lebensstil entdeckt.  Besondere Zielgruppen hatte ich nie wirklich im Auge. Ich finde es aber besonders schön, über meinen Blog mit Menschen ganz unterschiedlicher Altersgruppen in Kontakt zu kommen, sich auszutauschen und das auch viele sehr treue Leser_Innen dabei sind, die etwas mit meinen Inhalten anfangen können.

Was war dein schönstes Blog-Erlebnis?
Ich finde es sehr schön, dass der Austausch über Generationsgrenzen hinweg wirklich gut und anregend möglich ist. Dass ich mich mit Mitte 50 sehr angeregt auch mit Menschen austauschen kann, die locker 20 oder 30 Jahre jünger sind, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt, finde ich faszinierend.

Gab oder gibt es Momente, in denen du denkst, „och nö! Bloggen ist eine ganz blöde Idee – hätte ich das bloß nie angefangen!“?
Ich schreibe nur, wenn mir danach ist und mache mir keinen Druck damit.

„Ich liebe diese Vielseitigkeit“

Wie sieht  es aus mit der Technik: Hattest – oder hast du –  technische Schwierigkeiten? Wie löst du die? Allein oder mit fremder Hilfe? Oder flutschte es von Anfang an perfekt?
Bei mir läuft das über learning-by-doing. Ich finde diese Themen einfach interessant. Das ist doch gerade das Faszinierende, auch die praktisch-technische Seite hinzubekommen: welche Themes, welche Plugins oder auch nicht, usw.. Ich liebe diese Vielseitigkeit und möchte nicht darauf verzichten. Erst dadurch wird das Bloggen für mich vollständig.

Glaubst du, dein Blog ist irgendwie anders als der von etwa 20 Jahre jüngeren Menschen?
Die Blogs sind aus meiner Sicht auch altersunabhängig betrachtet sehr unterschiedlich. Ich mache mir aber schon insgesamt weniger Erfolgsdruck und weniger Druck mit Regelmäßigkeit. Ich blogge, wenn mir danach ist, habe keine festen Zeiten. Meistens ergibt es sich am Wochenende. Auch bin ich in sozialen Netzwerken nicht ganz so viel vertreten. Mir reichen Twitter und Facebook völlig aus.

Was ist mit dem Zeitfaktor? Wie viel Zeit pro Woche wendest du für deinen Blog auf? Wünschst du dir, es wäre mehr? Oder weniger? Hast du für das Bloggen andere Aktivitäten zeitlich „runtergefahren“?
Ich habe die Zeit noch nie gemessen. Wenn ich mehr Zeit habe, nutze ich diese. Einige Hobbys habe ich tatsächlich aufgegeben oder gehe ihnen weniger nach. Aber die habe ich unabhängig vom Blog runter gefahren.

„Ich möchte mich auf das konzentrieren, was mir inhaltlich wichtig ist“

Wie hältst du es mit Werbung in deinem Blog? Wenn du keine hast, soll das so bleiben – oder kannst du dir vorstellen, das später noch zu ändern?
Keine Werbung und Affliates. Als die ersten Anfragen eingingen, habe ich bemerkt, dass es sehr viel Aufwand ist, mich jetzt auch darauf noch zu konzentrieren. Dann müsste ich mich auch noch damit beschäftigen, möglichst viele Leser_Innen auf meinen Blog zu bekommen. Das lenkt mich einfach zu sehr von meinen Inhalten ab. Ich möchte mich auf das konzentrieren, was mir inhaltlich wichtig ist, nicht auf Vermarktung. Eine Produkttestung mache ich maximal dann, wenn ich wirklich davon überzeugt bin bzw. ich selbst oder andere einen echten Gewinn davon haben.

Was für Blog-Pläne hast du für die Zukunft? 
Es wird auch weiterhin darum gehen, wie durch Achtsamkeit und einen einfacheren Lebensstil, Stress reduziert und mehr Lebensqualität erreicht werden kann. Dazu werde ich sicherlich  in der nächsten Zukunft meine künftige Minimalismus-Wohnung vorstellen und Fragen nach dem Wie und Warum beantworten.

 

 

7 Kommentare




  1. Liebe Maria,

    toll auf deinem Blog immer wieder so interessante Menschen wie jetzt Gabi kennenzulernen. Mit etwas mehr Minimalismus habe ich auch schon länger angefangen, aber es ist schwierig, da sich bei uns immer wieder Sachen ansammeln. Besonders Bücher, Zeitschriften und alles möglichen Papiersachen.
    Liebe Grüße von Gisela von den Vorlesern

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  2. Danke, Gabi Raeggel! Ich bin froh, Deinen Blog nun zu kennen! Noch auf „Hohem Niveau “ – also noch mit viel zu Ballast, versuche ich mich Step by Step zu minimieren. In Deinen Artikel gibst du mir nun dankbare Hilfestellung und Anreize. Respekt! Wie konsequent Du diesen Lebenstil lebst!

    Ein bisschen schade finde ich es, das Du Dich nicht auf eine klare Zielgruppe fokussieren möchtest. Ich denke, dann würden noch viel mehr Leser auf Deinen interessanten Blog finden.

    Der Link zu Vera Dohmann funktioniert nicht, nur so als Tip.

    Allen weiterhin viel Erfolg!

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    1. Liebe Simone,
      danke dir für deine Rückmeldung!
      Den Link hab ich kurzerhand gelöscht – danke auch für diesen Hinweis!
      Herzlichen Gruß
      Maria

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    2. Hallo Simone, danke für dein freundliches Feedback. Bzgl. der Zielgruppe: Möglicherweise habe ich da einfach den für mich passenden Zugang zu einer Art Marketing noch nicht gefunden. Was ich so landauf, landab finde, überzeugt mich nicht. Meine Zielgruppe sind einfach die, die sich für Achtsamkeit, Minimalismus und mehr Lebensqualität interessieren. Das sind bisher junge, aber auch ältere LeserInnen, Männer, Frauen, Behinderte, Nichtbehinderte, Gesunde, Kranke. Selbständige, Angestellte, Arbeitslose, StudentInnen, usw. – Es ist wirklich sehr unterschiedlich.
      Bzgl. der Fotografin: Einfach Name + Fotografin in die Suchmaschine eingeben. Findet sich dann von selbst.

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