Die Rotbartsaga, Tierschutz, Maritimes – und mehr: Wolfgang Schwerdt

Die Abenteuer des Schiffskaters Rotbart, Archäologie, Tierschutz, Kultur- und Schifffahrtsgeschichte, feuerspuckende Drachen, Nordhessisches, Mythologie, Fantasy, historische Betrachtungen… und sicher habe ich noch was vergessen. Er ist einfach extrem vielseitig: Wolfgang Schwerdt ist „Buchautor, Journalist, Blogger und Kulturschaffender“ – so beschreibt er sich selbst auf der Plattform www.blogs50plus.de. Und weil er dort mit all seinen Talenten und Themen vertreten ist, freue ich mich, ihn heute in meiner Serie all der Menschen kurz zu porträtieren, die hinter den inzwischen mehr als 200 Blogs stehen, deren Betreiber/innen „50plus“ sind – danke, Wolfgang!

Und hier die ganze Vielfalt des Wolfgang Schwerdt.

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Hallo Wolfgang, seit wann bloggst du schon?
Wenn ich die Anfänge und längst vergangenen Blogs mitrechne, dann sicher schon seit 1998. So richtig konsequent bloggerisch wurde es jedoch im Jahr 2008, da war dann auch die Technik so weit, dass man für etwas Ordentliches keine Programmierkenntnisse mehr brauchte.

Gab es eine „Initialzündung“ zum Start deines Blogs? Wenn ja: Was war das?
Ich hatte als freier Journalist nach neuen Publikationsformen und -möglichkeiten gesucht und bin mit dem zunehmend öffentlichkeitstauglichen Internet fündig geworden. Ganz am Anfang diente meine Bloggerei (falls man das damals so nennen konnte) der Verbreitung meiner kulturgeschichtlichen Forschungen zum Drachen (den mit dem Feuerspeien und so) und meinen schriftstellerischen und bildhauerischen Ambitionen.

Kein „thematischer Bauchladen!“

Für wen vor allem schreibst du? Wer ist deine wichtigste Zielgruppe?
Ich habe ja eine Reihe von Blogs, mit denen ich jeweils spezielle Themen und natürlich die Menschen bediene, die sich für das jeweilige Thema interessieren. Beispielsweise Katzen/Tierschutz, Literatur, Maritimes, Archäologie/Geschichte, Regionales aus meiner Wahlheimat oder natürlich meinen eigenen Autorenblog und den zu meinem Buchprojekt Rotbartsaga. Alles Themen, die vor allem mich selbst interessieren. Klingt zunächst einmal nach thematischem Bauchladen, ist es aber keineswegs. Durch alle Themen ziehen sich neben Geschichte, Sach- und Unterhaltungstexten Bücher in Form von Rezensionen oder eben meine Eigenen. Insofern sind meine Zielgruppe vor allem Leser und Menschen, die sich interessieren.

Haben sich Themen und Zielgruppen im Lauf der Zeit verändert?
Vor allem die Zielgruppe hat sich geändert. Als freier Journalist wollte ich mit meinen Blogs natürlich potenzielle Auftraggeber auf mich und meine Themen aufmerksam machen. Aber das digitale Zeitalter hat ja im Mediengeschäft einiges verändert. Und als sich nicht zuletzt über Ebooks und Amazon die Möglichkeit des freien (Buch-)Publizierens ergeben hatte, wurde es schnell wichtig, die Leser direkt, ohne Umwege über die klassischen Medien zu erreichen. Da war es sehr schön, dass auch das Bloggen inzwischen komfortabel und eben erschwinglich geworden war und sich das Social Networking entwickelt hatte. Das macht übrigens auch sehr viel mehr Spaß und führt zu unerwarteten Kontakten und Erlebnissen.

Historische Spurensuche

Was war dein schönstes Blog-Erlebnis?
Als ich eine Mail aus Australien erhalten habe, in der ich gefragt wurde, ob ich über mein Geschichtsmagazin auf ein spannendes Projekt in Tasmanien aufmerksam machen könne, um nach Hinterbliebenen von in Australien inhaftierten deutschen Kriegsgefangenen des ersten Weltkriegs zu suchen. Ich hatte mehrere Artikel (und ein Interview) unter dem Oberthema „Interniert in Australien“  verfasst und tatsächlich hat sich die Enkelin eines gewissen Fritz Stegherr gemeldet und die Öffentlichkeit nun mit seinen Tagebuchaufzeichnungen um wertvolle Dokumente bereichert. Dass ein simpler Non-Profit-Blog so etwas zustande bringt, erfüllt mich durchaus mit etwas Stolz.

Gab oder gibt es Momente, in denen du denkst, „och nö! Bloggen ist eine ganz blöde Idee – hätte ich das bloß nie angefangen!“?
Jeden Tag aufs Neue, weil die Zeit einfach zu knapp ist 😉 Aber was ist die Alternative?

Die „Rechenmaschinen“ und der Mensch….

Wie sieht  es aus mit der Technik: Hattest – oder hast du –  technische Schwierigkeiten? Wie löst du die? Allein oder mit fremder Hilfe? Oder flutschte es von Anfang an perfekt? Sollte das der Fall sein: Wie hast du das hingekriegt?
Von Anfang an perfekt flutschen – das ist wohl ein ewiger Wunschtraum im digitalen Zeitalter. Aber natürlich hatte ich mir zumindest im Umgang mit Computern (seit 1982 arbeite ich mit diesen Dingern – die ich heute noch nicht begreife) eine gewisse Erfahrung und damit Gelassenheit erarbeitet. Technische Schwierigkeiten gibt es auch heute noch permanent. Aber einen Blog zu machen, ist angesichts der fertigen Templates und Oberflächen keine so große Herausforderung, ist man nicht allzu anspruchsvoll. Ich habe mir die Regel zu eigen gemacht: Wenn etwas , das ich unbedingt will, nicht funktioniert, hör auf das zu wollen und versuche eine Alternative. Meist ist es nämlich der eigene Anspruch oder der Versuch, es den IT-Profis gleichzutun und nicht unbedingt die Technik, die Probleme bei der Umsetzung bereitet. Und natürlich sollte man Rechenmaschinen nicht allzu viel Respekt entgegenbringen. Die merken das und werden unverschämt 😉 .

Persönlichkeit ist wichtiger als Alter….

Glaubst du, dein Blog ist irgendwie anders als der von etwa 20 Jahre jüngeren Menschen? Wenn ja: In welcher Hinsicht?
Nun, mein Blog (oder meine Blogs) sind ohnehin anders, ebenso wie ich selbst. Mit meinen Blogs treibe ich mich ja vor allem in Nischen herum, da habe ich (mit Ausnahmen) nicht allzu viele Vergleiche. Allerdings setzte ich mehr auf aussagefähigen Text und eine eher Printmagazinen ähnliche Gestaltung mit gelegentlichen Bildern als Illustration. Modern ist das nicht mehr und auf Tablets oder Smarties, für die die modernen Blogs jüngerer Leute ja konzipiert sind (also viel Bild, wenig Text, einfache Struktur) kommen die nicht wirklich gut rüber. Aber interessanterweise bewerten jüngere Leser meine Blogs oft gar nicht als altmodisch, sondern als „gut und professionell gemacht“. Aber das hat alles sicher eher mit den Themen und der Persönlichkeit zu tun als mit dem Alter.

Wunsch: Mehr Zeit!

Was ist mit dem Zeitfaktor? Wie viel Zeit pro Woche wendest du für deine Blogs auf? Wünschst du dir, es wäre mehr? Oder weniger? Hast du für das Bloggen andere Aktivitäten zeitlich „runtergefahren“?
Also bei etwa sieben Blogs, bin ich natürlich mehrere Stunden täglich zugange. Um dort all das zu machen, was ich machen möchte (und manchmal muss) habe ich selbstverständlich zu wenig Zeit und es gibt immer spezielle Blogs, die ich gerade besonders stark bearbeite, während andere über längere Zeiträume ein jämmerliches Schattendasein führen. Also wünsche ich mir mehr Zeit dafür. Andererseits gibt’s es ja nicht nur ein Leben außerhalb der Blogs und im Netz, sondern auch noch mein Buchprojekt, an dem ich eifrig arbeite. Von daher wünsche ich mir weniger Zeitaufwand für die Blogs. Und so ist es wie mit dem Wetter: Die Verteilung der Aktivitäten ändert sich ständig und oft auch unvorhersehbar.

Wie hältst du es mit Werbung in deinem Blog? 
Ich habe Werbung auf den meisten meiner Blogs und ich finde das nicht wirklich prickelnd. Ich habe die dennoch in der letzten Zeit verstärkt,  weil ich endlich die Auszahlungssumme (70 €) erreichen will, um das seit vielen Jahren dort lagernde Werbegeld endlich einzustreichen. Dann werde ich die Werbung wahrscheinlich weitestgehend löschen. Ich setzte ohnehin viel mehr auf Crowdfunding und Sponsoren für spezielle Publikationsprojekte wie bei meiner geliebten Rotbartsaga.

Derzeitiger Schwerpunkt: Literatur

Was für Blog-Pläne hast du für die Zukunft?
Da ich gerade erst vor etwa einem halben Jahr die untereinander vernetzten Blogs ein wenig überarbeitet und neu strukturiert habe (mit dem Schwerpunkt Literatur), habe ich derzeit keine speziellen Pläne. Es wird allerdings in Zukunft die ein oder andere zusätzliche Buchverlosung geben. Nichts wirklich Originelles, aber doch ganz interessant hinsichtlich der Verlagskontakte.

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