Tina Sarau: „Wenn man 50+ ist, muss man sich nicht mehr beweisen“

Tina Sarau: „Wenn man 50+ ist, muss man sich nicht mehr beweisen“

Der Blog von Tina Sarau heißt Imprestyle. Und sie beschreibt ihn selbst auf der Plattform Blogs 50plus so: „Mode & Style-Blog für Männer und Frauen mit den kompetenten Tipps und Tricks einer Typberaterin, Farb- und Stilberaterin, Imageberaterin. Wissenswertes über Mode und Beauty für Menschen 50+“. Und hier kommt ein kleines Interview mit Tina, denn im Unruhewerk stelle ich nach und nach all die Betreiberinnen und Betreiber der Blogs50plus vor.

Hallo Tina, seit wann bloggst du?
Ich blogge seit einem Jahr mit Leidenschaft und Seele!

Gab es eine Idee, einen Traum, einen bestimmten Ansporn beim Start deines Blogs? Wenn ja: welchen?
Ich habe als Typ- und Imageberaterin immer wieder tolle Momente, in denen sich Kunden und Kundinnen bedanken, weil ich Ihnen gezeigt habe, wie vorteilhaft und wie frisch sie aussehen können. Ich bin immer öfter mal um Rat gefragt worden, abseits der Beratungen. Da kam mir die Idee, mit einem Blog mein Wissen zu vermitteln und Content zu liefern. Natürlich mache ich dies nicht mit erhobenem Zeigefinger unter dem Motto: Nur meine Sicht der Dinge ist die Richtige! Ich zeige auf, wie die Generation 50+ sich mit Stil, Style und eigenen Vorlieben toll aussehen und wirken kann.

Hat sich diese Idee „woandershin“ entwickelt als vorher gedacht?
Ja, ich bin total erstaunt, wieviele Menschen meinen Blog lesen. Es gab schon Mails und Telefonate aus dem anderen Ende Deutschlands. Ich dachte, ich sei nicht so bekannt, weil ich ja mehr im Ruhrgebiet unterwegs bin. Ich finde es toll und freue mich über die ganzen Leserinnen und Leser. Ebenso freue ich mich über Mails, Anregungen und Blogthemen-Wünsche.

„Ich bin dankbarer geworden“

Hat die Krise des Corona-Virus in deinem Blog Spuren hinterlassen? Machst du seither Dinge anders als vorher?
Spuren hat die Corona-Krise insofern hinterlassen, als dass ich natürlich auch auf dieses erste Thema eingegangen bin. Ich bin aber, wie viele andere Bloggerinnen auch, ermutigt worden, weiter über Mode und Style zu bloggen. Alle waren sich einig, dass Ablenkung gut tut. Ein paar meiner letzten Blogpost handeln von diesem Thema. Als Bloggerin muss man mit der Zeit gehen und es wäre nicht richtig, das Thema außen vor zu lassen.

Was ich seitdem anders mache? Ich bin dankbarer geworden. Dankbar für so Selbstverständlichkeiten, nach draußen gehen zu dürfen, für soziale Kontakte, für volle Supermarkt-Regale und natürlich für Toilettenpapier. Es erschließt sich mir echt nicht, warum Jäger und Sammler Toilettenpapier in Krisenzeiten horten müssen!

„Wenn man 50+ ist, muss man sich nicht mehr beweisen“

Spielt das Älterwerden beim Bloggen/bei der Auswahl der Themen für dich eine Rolle? Wenn ja: welche?
Oh ja! Vieles, was ich mit 20 – 30 Jahren toll fand, läuft heute unter der Rubrik „wie konnte ich nur…?“. Gerade, wenn man 50+ ist, muss man sich nicht mehr beweisen. Man wird gelassener. Das spiegelt sich natürlich auch in den Blogthemen wider.

Gibt es einen Zeitplan, einen inhaltlich „roten Faden“ für Blogbeiträge? So etwas wie einen Redaktionsplan? Wenn nicht: wonach wählst du dann aus?
Ich habe bis jetzt jeden Freitag einen neuen Blogpost veröffentlicht. Die Ideen kommen mir hierzu spontan. Beispielsweise beim Zeitung lesen oder beim Stadtbummel.

„Ich blogge aus Leidenschaft“

Was ist mit dem Zeitfaktor? Wie viel Zeit pro Woche wendest du für deinen Blog auf? Kommt dir das manchmal auch zu viel vor – und was tust du dann?
Ja, das ist in der Tat ein wichtiger Punkt. Da gehen schon Stunden für drauf. Recherche, Schreiben, Einstellen, Fotos auswählen bzw. Fotoideen entwickeln und dann den Mann zum Fotografieren „zwingen“. Ich blogge aber aus Leidenschaft, daher fühlt es sich für mich nicht stressig an.

An welchen Punkten sagst/denkst du: „Ich bin erfolgreich mit meinem Blog“? Oder ist Erfolg gar kein Kriterium für dich?
Erfolgreich wäre ich ja, wenn ich eine Riesen-Fangemeinde hätte auf allen Kanälen. Es ist zwar schön, wenn mich immer mehr Menschen finden und lesen. Aber als ich mit dem Blog anfing, dachte ich nur daran, es für meine fragenden Kunden zu schreiben. An Erfolg dachte und denke ich gar nicht. Ich habe einfach Spaß am bloggen.

Wie sieht es aus mit der Technik: Hattest – oder hast du – manchmal technische Schwierigkeiten? Wie löst du die? Oder flutscht es immer perfekt?
Wunder Punkt, ich gestehe! Ich musste aus technischen Gründen meine Website überarbeiten lassen, damit wurde auch das Blog leichter zu bearbeiten. Allerdings war auch nichts mehr so wie früher. Ich glaube, ich habe anfangs meinen Webdesigner echt genervt mit meinen vielen Fragen. Nach der Schulung ging es dann aber und jetzt bin ich sogar richtig gut darin.

Ich denke ja: Bloggen geht nicht ohne gute Netzwerke. Wie siehst du das, was tust du dafür? Und was macht für dich ein „gutes Netzwerk“ aus?
Unbedingt, Netzwerke sind mega wichtig heutzutage. Ich möchte meines gerne erweitern. Ich netzwerke viel und gerne und freue mich auch immer wieder über neue Kontakte.

„Um jung zu sterben, ist es jetzt auch zu spät. Jetzt ziehe ich es durch!“

Hast du noch Pläne für die Zukunft deines Blogs? Neue Projekte im Auge? 
Bis jetzt blogge ich über Beauty, Mode und Style. Ich könnte mir vorstellen, auch ein wenig Lifestyle und Ernährung reinzubringen. Das ist aber derzeit noch nicht spruchreif. So etwas muss sich einfach entwickeln.

Mal ganz unabhängig vom Bloggen: Was ist dein Lieblingsgedanke zum Thema Älterwerden? 
Was waren das früher für Zeiten, in denen mir nach dem Aufstehen nichts weh tat! Aber auch: Um jung zu sterben, ist es jetzt auch zu spät. Jetzt ziehe ich es durch!
Ich nehme solche Gedanken immer mit Humor. Ich bin dankbar, dass ich trotz des ein oder anderen Zipperleins trotzdem noch gut beisammen bin. Ich sage immer, die äußere Hülle ist noch ganz gut intakt, aber darunter ist es leider morsch. Früher „young care“  – heute „repair“.

Vielen Dank, liebe Tina!


 

Ich freue mich, wenn ihr diesen Beitrag in die Welt tragt ... danke!

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