Querbeet: Kulturtipps 50plus

Das Wichtigste zuerst: Ist hier jemand über 70 Jahre alt und hat Texte zum Thema „Kind“ in der Schublade rumliegen? Würde sie gern veröffentlichen, gar noch was damit gewinnen? Dann nichts wie los: Die Richard Reich + Stiftung Kreatives Alter, Zürich veranstaltet bereits zum elften Mal diesen – so weit ich weiss – einmaligen Schreibwettbewerb für Menschen über 70. Eingesandt werden können Texte (Erzählung, Krimi, Betrachtung, Bericht, Gedicht, Mini-Drama usw.) zum Thema „Das Kind“ von allen Schreibenden, die über 70 Jahre alt sind und auf Deutsch (auch Dialekt) schreiben. Als Preise winken eine Schreibwoche in St. Moritz und Teilnahme an zwei öffentlichen Lesungen. Einsendeschluss ist der 29. Februar 2016. Weitere Informationen hier.

Nachdem ich das gelesen hatte, hab ich mich mal auf die Suche gemacht nach Kulturtipps, auch für Menschen, die ein bisschen jünger sind…. also 50plus. Ein recht breites Spektrum bietet die Generationen-Akademie Rheinland in Kerpen. Da kann man beispielsweise mit dem „Studium 50plus“ eine Ausbildung  zum „Kultur- und Gästeführer – Kultur on Tour!“ machen. Die Ausbildung geht über zwei Jahre und kostet im Monat 140.- Euro. Der Kurs soll bald starten – im Moment werden die Kursteilnehmer gelistet…. also bei Interesse einfach möglichst bald anmelden, alle Kontaktdaten stehen hier. Ich finde das ziemlich interessant und werde unter Umständen auch mal noch darüber schreiben….

In Museen

Bleiben wir im Rheinland…. Die Kunsthalle Düsseldorf hat einmal im Monat einen eigenen Treffpunkt „50plus“. Das ist eine wechselnde Veranstaltung mit  unterschiedlichen Angeboten. Das Problem ist: Die Gruppe trifft sich nicht immer am gleichen Ort, wohl aber immer am letzten Mittwoch eines Monats.  Aus der Selbstbeschreibung: „kos­ten­lo­se Füh­run­gen durch die Aus­stel­lun­gen der Kunst­hal­le und an­de­re Kul­tur­in­sti­tu­te der Stadt, die Kunst­aka­de­mie und ver­schie­de­ne Ga­le­ri­en an je­dem letz­ten Mitt­woch im Mo­nat um 17 Uhr ei­nen Blick hin­ter die Ku­lis­sen des Kunst­be­triebs. Die Teil­neh­mer ha­ben die Mög­lich­keit zu Ge­sprä­chen mit Künst­lern und Ku­ra­to­ren so­wie Be­geg­nun­gen mit un­ter­schied­li­chen Küns­ten.“ Ein pdf mit den aktuell geplanten Angeboten findet sich hier. Da sich aber auch mal in letzter Sekunde noch etwas ändern kann, wird es das Beste sein, man wendet sich bei Interesse direkt an Dirk Schewe (alle Kontaktdaten hier).

Exponat der Sonderausstellung 'Das ist doch kein Alter! Meine Zukunft in Frankfurt gestalten' des Fotografen Hans Keller in Zusammenarbeit mit der Seniorenagentur Frankfurt, © Foto: Hans Keller

Spannendes ist in Frankfurt am Main zum Thema Älterwerden zu sehen: Noch bis  Sonntag, 24. April, zeigt die Sonderausstellung „Das ist doch noch kein Alter! Meine Zukunft in Frankfurt gestalten“ im Senckenberg Naturmuseum, Senckenberganlage 25, großformatige Fotografien von

älteren Menschen an ihren Lieblingsorten in der Stadt. Für dieses Kunstprojekt hat der Fotograf Hans Keller in Zusammenarbeit mit der Seniorenagentur Frankfurt dreizehn Frauen und Männer in einem echten „Castig“  ausgesucht. Das Ganze wird begleitet von einer richtig großen Aktion – ich finde es fabelhaft, das Thema Älterwerden mal auf diese Weise in den Blick zu nehmen! Einen kompletten Pressespiegel, weitere Fotos, das „Making of“, Bilder vom casting und noch viel mehr findet man hier. Aus der Pressemitteilung: „Ziel der Ausstellung ist es, die sehr heterogene Gruppe von älteren Menschen in Frankfurt in den Fokus zu nehmen, ihre Vielfalt fernab von Klischees zu verdeutlichen.“ Öffnungszeiten und mehr zum Senckenberg Naturmuseum hier. (Ja, das ist die gute Nachricht! Auch das Älterwerden ist „Natur“…)

Das Foto ist ein Exponat der Sonderausstellung ‚Das ist doch kein Alter! Meine Zukunft in Frankfurt gestalten‘ des Fotografen Hans Keller in Zusammenarbeit mit der Seniorenagentur Frankfurt, © Foto: Hans Keller

Ein wenig Musik

Beginnen wir mit etwas Klassischem: Die Dresdner Neusten Nachrichten meldeten „Zum Musizieren ist es nie zu spät!“ Ähm, ja, könnte schon sein. Interessant daran aber ist das Porträt einer Bigband 50plus. Ich weiss: solche Bands und Chöre gibt es häufiger. Aber stellvertretend für alle anderen sei jetzt hier mal die Dresdner Bigband 50plus vorgestellt. Aus der Ankündigung des letzten Konzerts: „Die Konzertbesucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm aus Musik des Blues, Bossa, Samba, Funk und andere Stilrichtungen. Unter Leitung des Saxophonisten Philipp Schoof spielt die 20köpfige Dresdner Bigband 50plus, die das Benefizkonzert initiiert hat, beliebte Oldies und bekannte neu arrangierte Lieder der Gegenwart.“ Es scheint schon Tradition zu sein, dass sich diese Band auch für Flüchtlinge engagiert: So tritt sie immer mal wieder gemeinsam mit dem Caritas-Chor Singasylum mit Sängern aus Syrien, Eritrea, Somalia, Afghanistan und Deutschland auf, und/oder spendet alle Eintrittsgelder der Flüchtlingshilfe.

Und: Ja, es gibt sie! Die Ü50-Partys. Ich finde ja: auch das ist Kultur. Solche Partys bieten viele Veranstalter in vielen Städten an, beispielshalber hier mal ein Angebot aus Unna. Weil die so aktiv sind: Immer am zweiten Samstag eines Monats findet im Kultur- & Kommunikationszentrum Lindenbrauerei e.V., Rio-Reiser-Weg 1 (kein Scherz!) eine Ü50-Disko statt. Da gibt es dann im „Kühlschiff“ Rock und Beat der 60er & 70er Jahre und im Foyer einen zweiten Tanzbereich mit aktueller Musik. Dieses Kulturzentrum hat aber auch sonst viel zu bieten, mehr darüber hier. Nächster Termin ist für die Ü50-Disko ist Samstag, der 12. März 2016. Und ein Blog haben die auch, hier nämlich.

Zugegeben: Was ich hier mache, ist eine ziemlich willkürliche Angelegenheit. Aber ich habe – durchaus mit Absicht – Dinge ausgewählt, die es so oder so ähnlich  auch in andren Städten gibt. Vielleicht nehmt ihr das mal einfach als Anregung, und macht euch selbst auf die Suche, in eurer Stadt, in eurer Region….

Und ein „Ausreißer“… Sind Flashmobs Kultur? Ich finde: ja!

Zum Schluss meiner „Kulturtipps querbeet“ noch einen Ausblick auf den Oktober 2016. Weil das endlich mal etwas ist, das überregional stattfinden kann, weil es Spaß macht, weil es das Älterwerden sehr sichtbar in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stellt. Und weil es gut geplant sein will. Die Rede ist vom „Senioren-Flashmob“, der in zunehmend mehr Städten jährlich zum Weltseniorentag, dieses Jahr am 1. Oktober 2016, stattfindet. Dazu hier ein Aufruf des sehr engagierten Hamburger Vereins Wege aus der Einsamkeit: „Wir planen bereits…. Wer Ideen hat und mitmachen will, ein Anruf genügt. 040 42236 223 200. Wir würden uns riesig freuen, wenn wieder viele Engagierte in anderen Städten mit machen.“ Impressionen aus den Jahren 2014 und 2015 zum Senioren-Flashmob gibt es übrigens hier.

 

 

 

 

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