„Ich entwickle mich weiter“ – die Blogs der Bettina Schöbitz

„Ich entwickle mich weiter“ – die Blogs der Bettina Schöbitz

Bettina Schöbitz betreibt mehrere Blogs: Mit dem Blog unter ihrem eigenen Namen wendet sie sich an ziemlich viele Menschen, denn „Frauen und Männer und bis zu sechs Generationen treffen im Berufsleben aufeinander. In diesem Business-Blog geht es rund um alle Themen, die Menschen und Unternehmen erfolgreicher im Miteinander machen. Über Generationen und Geschlechter hinweg. Zudem geht es um eine für die Zukunft förderliche Reputation und unternehmerischen Erfolg.“ Genau darüber bloggt sie unter https://bettinaschoebitz.de/blog/ Und dann gibt es noch den, ähm, das Genuss-Blog Issbaldfertig. Ebenfalls sehr spannend. Aus Bettinas  Selbstbeschreibung: „Bei Issbaldfertig gibt es lebendiges Wissen rund ums Essen – vom Saatkorn bis auf Deinen Teller … Genuss für ein erfreuliches Leben.“

Und das sind nur die beiden Blogs, mit denen sie auf www.blogs50plus.de vertreten ist … Wie ihr im Interview hier erfahren werdet, ist das gerade mal die Hälfte.

Bettina Schöbitz, Mutmachen, älterwerden, Blogs 50plus

Der Blog? Das Blog?!

Liebe Bettina, seit wann bloggst du?
Mein Blog habe ich vor nunmehr fast acht Jahren im Jahr 2011 gestartet – und gleich erstmal die Diskussion erlebt, ob es nun DER Blog oder DAS Blog heißt. Ich habe mich dann für die grammatikalisch wohl korrekte Variante DAS Blog (abgeleitet von WeBLOG) entschieden.

Gab es eine Idee, einen Traum, einen bestimmten Ansporn beim Start deines Blogs? Wenn ja: welchen?
Ja klar – das Blog sollte mein Business sichtbarer machen. Damals war ich noch unter der Firma „Respektspezialistin“ unterwegs und wollte mit kleinen Geschichten aus dem Leben immer wieder auf mein Thema und meine Leistungen aufmerksam machen.

Hat sich diese Idee „woandershin“ entwickelt als vorher gedacht? Wenn ja: wohin?
Im Grunde blogge ich nach wie vor aus den gleichen Gründen – nur die Themenwelt hat sich gewandelt. Denn auch ich habe mich weiterentwickelt. Irgendwann hatte ich einfach die Schnauze gestrichen voll davon, dass einige Mitmenschen mein Thema „Respekt“ gern gegen mich verwendeten. Wenn ich mich – aus ihrer Sicht – nicht „normkonform“ verhielt, wurde mir sofort das Totschlagargument entgegen gehalten, dass ich mir DAS oder JENES als Respektspezialistin doch nun wirklich nicht erlauben dürfe. Sie wollten nicht sehen, dass auch ich nur ein fehlbarer Mensch bin – und dass der Respekt immer zwei Blickwinkel hat: Deinen und meinen. Und dass ich manchmal eben auch Selbstrespekt leben darf …

„Älterwerden verschiebt den Fokus auf das, was mir selbst noch wichtig ist“

Spielt das Älterwerden beim Bloggen/bei der Auswahl der Themen für dich eine Rolle? Wenn ja: welche?
Indirekt ganz sicher, denn das zunehmende Alter (aktuell bin ich 53 Jahre alt) verändert meine Sichtweise auf Dinge und Menschen. Ich werde an vielen Stellen gelassener, dafür an anderen deutlich spießiger. Mein Mann und ich lachen dabei oft über uns selbst.
Beim Bloggen erlaube ich mir immer öfter, über die Themen zu bloggen, die mich wirklich bewegen. Statt – strategisch sauber – einem Redaktionsplan zu folgen. Ich werde immer mehr zur Lustbloggerin, die auch die Frechheit besitzt, mal ein paar Monate gar nicht zu bloggen. Und dann wieder alle drei Blogs zeitgleich befüttert, weil gerade ein massiver Kreativschub über mich kam.
Und noch eines verändert sich mit dem Älterwerden: Der Blick auf das Leben insgesamt. Das verschiebt den Fokus hin auf das, was mir selbst noch wichtig ist. Was ich noch erleben, tun oder klären möchte. Ich nehme viele andere Themen weniger wichtig und lache manchmal über Blogposts jüngerer Menschen, die sich an Themen hochziehen, die mir heute nur noch ein leichtes Zucken der linken oberen Augenbraue entlocken. Ganz oft hat das mit so Beauty- oder Selbst-Optimierung-Themen zu tun. Ich möchte diesen jüngeren Menschen dann voller Wertschätzung zurufen: Hört auf, perfekt sein zu wollen – und gönnt Euch viel öfter das, was wir „Leben“ nennen. Der Beruf ist was Feines, doch er darf niemals Lebensmittelpunkt sein – denn das geht zu Lasten der Lebensqualität. Und bitte: Sei´ Du selbst. Mit allen vermeintlichen Makeln und wunderbaren Details. Du bist längst perfekt so, wie Du bist. Lass´ Dir von niemandem etwas anderes einreden. Mach´ Dein Ding.

Tipp 1: Lass deine Muse walten!

Gibt es einen Zeitplan, einen inhaltlich „roten Faden“ für Blogbeiträge? So etwas wie einen Redaktionsplan? 
Hatte ich mal – war nicht wirklich meins. Sobald ich anfange, das Ganze strategisch angehen zu WOLLEN, fühle ich mich in ein Korsett gepresst und verliere die Lust. Dann wird Bloggen zur Qual und ich schiebe es immer wieder als lästige Pflicht hinaus. Wenn ich meine Muse walten lasse, kommen die besseren Blogposts dabei raus. Seltener, aber besser.
Wobei ich es durchaus entlastend finde, zumindest einen Redaktionsplan (ich erstelle meinen mit dem Tool „Trello“) zu haben, der mit große Themenblöcke anbietet. Also erstelle ich gen Jahresende einen für das Folgejahr und halte mich dann im aktuellen Bloggerjahr immer dann daran, wenn mir gerade nix Besseres einfällt. Klar wirken meine Posts dann weniger strategisch, doch auch das … bin eben ICH.

Tipp 2: Sich Freiheiten erlauben

Was ist mit dem Zeitfaktor? Wie viel Zeit pro Woche wendest du für deinen Blog auf? Kommt dir das manchmal zu viel vor – und was tust du dann?
Ich habe mich zu Beginn an die allgemeinen Empfehlungen gehalten und konsequent zweimal im Monat gebloggt. Und zweimal einen Newsletter veröffentlicht. Vier Social-Media-Plattformen bespielt und diverse Netzwerk-Veranstaltungen besucht. Weil mir das von erfahrenen Hasen auf der Akquise-Wiese so empfohlen wurde. Bis mir das alles zu viel wurde. Denn irgendwann zwischendrin stand ja auch noch an, Administration, Marketing, Kreativität und …. Business zu stemmen.
Inzwischen habe ich – insbesondere via social media – eine gute „Sichtbarkeit“ erreicht und erlaube mir die Freiheit, alles in dem Rahmen zu tun, der mir gerade angemessen und bewältigbar erscheint. Es gibt Zeiten, wo länger kein Blogpost erscheint und welche, da muss ich mich etwas bremsen und die Erscheinungstermine geschickt terminieren.
Und jetzt…fange ich auch noch an, einen Podcast „on air“ zu bringen. Also nochmal was Neues. Damit es nur ja nicht langweilig wird. Doch eines ist sicher: Zusammen mit dem Podcast – er wird übrigens den Titel #WERTSCHÄTZUNGmachtWOW tragen – wird auch mein Bloggen wieder regelmäßiger. Denn zwei Episoden pro Monat sind geplant – richtig mit Redaktionsplan. Denn Podcasting ist ja sowas wie ein „Blog für die Ohren“.

Zeichnen, Mutmachen, Obst, Gemüse und noch viel mehr …

Ist dein Blog rein privat oder gibt es berufliche Themen, Ziele, Wünsche, die sich in deinen Blogbeiträgen spiegeln? 
Nunja, ich habe insgesamt drei – ähem…nein, inzwischen vier….zur Hülfe!!! – Websites mit jeweils einem passenden Blog.
1. bettinaschoebitz.de – hier blogge ich über Themen rund um die R³-Haltung in Unternehmen, die aus Reputation, Respekt und ROI (= return on investment) besteht. Hier blogge ich rein beruflich und sieze meine Leser. Noch zumindest…
2. Visutrainment.de – hier geht es ums Zeichnen fürs Business. Rein Business, aber mit einem wertschätzenden „Du“ und einem deutlich lockereren Umgangston.
3. Inssbaldfertig.de – mein ganz privates Blog rund um den Selbstanbau von Obst und Gemüse. Bis 2017 auf einer Miet-Ackerparzelle, seit 2018 im Hochbeet. Just for fun, im „Du“ und sehr locker und mehr als unregelmäßig.
4. MUTmacherTAG.de – mein neuestes Baby. Ich organisiere am 09.03.2019 in Düsseldorf-Neuss den 1. MUTmacherTAG und blogge zu den Vorbereitungen und zum Event selbst. Also Marketingmaßnahme und auch, um das alles für mich festzuhalten. Und genau das wird auch Thema meines Podcasts sein: Wie Du Events mit WOW-Faktor professionell organisierst …

Tipp 3: Sichtbarmachen von Kompetenz

An welchen Punkten sagst/denkst du: „Ich bin erfolgreich“?
Wenn ich Rückmeldungen oder Diskussionen rund um meine Blogposts erlebe. Wenn ich sehe, dass manche Posts extrem oft geklickt werden. Doch eigentlich geht es mir dabei keinesfalls um Monetarisierung, sondern um den Transport von Erfahrungen, Ideen und Impulsen. Um das Sichtbarmachen meiner Kompetenz. Oder, wie Dr. Kerstin Hoffmann von @PR-Doktor es formuliert: „Verschenke, was Du weißt – um zu verkaufen, was Du kannst.“

Wie sieht es aus mit der Technik: Hattest – oder hast du – manchmal technische Schwierigkeiten? Wie löst du die? Oder flutscht es immer perfekt?
Ich blogge mit WordPress und komme damit inzwischen sehr gut klar. Ich nutze den Thrive Architect für die Gestaltung der Blogposts, nehme die Perfektion dabei allerdings auch nicht zu ernst. Ich blogge für meine Leser, statt für SEO und Dr. Google. Also wirken meine Texte und Headlines nicht so künstlich, sondern kommen mitten aus dem Leben. Und wenn es mal technisch richtig hakt, dann ist der Kontakt zu meiner WordPress-Fee Michaela Steidl vom WP-Bistro.de die erste Wahl. Sie hat für mich bis jetzt immer eine Lösung gehabt und diese budgetfreundlich und laienverständlich umgesetzt.

Tipp 4: Mit Netzwerken Karmapunkte sammeln

Ich denke ja: Bloggen geht nicht ohne gute Netzwerke. Wie siehst du das? Und was macht für dich ein „gutes Netzwerk“ aus?
Ein gutes Netzwerk lebt von „Karmapunkten“. Das bedeutet, dass ich erst einmal viel hineingebe, um vielleicht später – und oft von anderen Ansprechpartnern – auch etwas zurück zu bekommen. Und wenn nicht? Auch gut. Ich rechne da nicht auf.
Doch wenn ich mal was mit #followerpower ins Netz stelle – egal, ob ich einen Technik-Tipp, ein Hotel in Hückeswagen oder einen Kontakt suche, dann bekomme ich IMMER richtig tolle Hilfe von meinem Netzwerk. Bis hin, dass ich bei der Organisation meines MUTmacherTAGES unglaublich tolle Redner bekommen habe. Mit den Worten: Du bist im Netz sehr positiv bekannt – wenn Du da was machst, bin ich dabei. Ich bin teilweise 15 cm über meinem Bürostuhl geschwebt!

Hast du noch Pläne für die Zukunft deines Blogs? Neue Projekte im Auge? 
Mir schwebt dann doch eher ein strategisches Blog vor … doch das widerspricht aktuell noch meinem Naturell und meiner Bereitschaft, mich selbst einzuschränken … Mal sehen, was das zunehmende Alter so an Einsicht, Vernunft und Disziplin noch bringt ?

„Ich verkaufe keine Leistungen, sondern meine (Rest-) Lebenszeit“

Mal ganz unabhängig vom Bloggen: Was ist dein Lieblingsgedanke zum Thema Älterwerden?
Egal, ob ich es annehme, darüber lamentiere oder damit hadere: Ich werde unweigerlich älter. Also ist es wohl das Beste, das eigene Mindset zum Positiven zu verändern und sich immer wieder in Dankbarkeit darüber zu freuen, was (noch) alles geht und wie verdammt gut es uns als Älterwerdende hier in Deutschland insgesamt geht. Das sieht an anderen Stellen der Welt ganz anders aus.

„Warum soll ich mich für andere verbiegen?“
Mein Lieblingsgedanke zum Thema Alterwerden: Ich bin richtig gut so, wie ich bin. Auch wenn ich damit längst nicht jedem gefalle (und manchmal selbst noch daran arbeite, alles an mir gut zu finden…). Doch mir gefallen ja auch nicht alle – also warum soll ich mich noch für andere verbiegen?
Was mir dazu noch wichtig ist: Seit meinem 50. Geburtstag habe ich aufgehört, meine Leistung zu verkaufen. Heute verkaufe ich meine (Rest-)Lebenszeit. Und die wird von Jahr zu Jahr wertvoller. Damit müssen meine Kunden umgehen können … denn seitdem führe ich keine Preisverhandlungen mehr. Weil ich es (mir) wert bin.

Liebe Bettina, #WOW! Jetzt muss ich mich mal kurz erholen! Ganz herzlichen Dank für so viel Input!!!


 

Ich freue mich, wenn ihr diesen Beitrag in die Welt tragt ... danke!

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