Schreiben – erzählen – texten – dichten: Klaudia Frechen

Schreiben – erzählen – texten – dichten: Klaudia Frechen

„Mit 60 Jahren finde ich immer mehr Zeit zu schreiben und meine Gedanken und Phantasien zu Papier zu bringen“ – so beginnt der Blog von Klaudia Frechen, den ich – wie alle, die ich hier vorstelle – bei den Blogs50plus gefunden habe. Titel: schreiben – erzählen – texten – dichten. Das ist weiblich, wütend, rosa duftend. Oder still, merkwürdig, voller Wahrheitswut oder in „Sehnsuchtswolken“ gehüllt, kritisch, schmerzhaft oder „niemalig“, dumpf, ausufernd, „Kinderzeug“ – und noch viel mehr. Ich habe hier nur von der Startseite zitiert – und die folgt der fast immer schwer zu beantwortenden Frage: „Was schreibt sie denn?“ Mein Gefühl ist: Sie schreibt, um sich zu orientieren: in, aus und mit Welten, Worten, Bildern. Was mir dabei besonders gefällt: Sie begrenzt nie. Weder sich noch Worte und Gedanken, Bilder und Gefühle. Forciert nichts, bleibt zwar bei sich, kann aber auch über (Teller-)Ränder gucken, macht das spürbar gern und ist doch immer irgendwie verankert in sich selbst. Fast hätte ich geschrieben: eigensinnig. Denn das alles entspricht ziemlich genau meiner Definition von schreibendem Eigensinn. Und das freut mich außerordentlich. Denn Klaudias und meine Wege kreuzen sich virtuell nicht zum ersten Mal … Da ist es wirklich wunderbar zu sehen, wie, dass und wohin wir uns beide entwickelt haben.

Neu, intensiv

Das zeigt sich auch schon ganz deutlich an ihrer Webseite, an Gestaltung, Auswahl, Anmutung, Ambiente. Die Seite ist noch gar nicht mal so alt, existiert erst seit November 2020, Klaudia sagt dazu: „neue Homepage, mein neuer Blog, mein virtuelles Zuhause“. Dass dieses „neu“ mitten in so stark von Corona geschüttelte Zeiten fällt, muss gar nicht eigens betont werden, wissen wir alle. Und ich nehme es an einer gewissen Intensität von Klaudias Texten noch zusätzlich wahr.

Außerdem glaube ich, mit diesem Blog ist sie  ganz und gar bei sich: „Hell und luftig, frisch und klar – so sollte das neue Gewand meiner Homepage sein und so präsentiert sie sich Euch heute. Ohne viel Gedöns, nur mit ein bisschen Schnick und Schnack hier und da, kommt sie daher. Aber ganz ohne Chichi und Nippes mag ich weder im realen noch im virtuellen Leben auskommen.“

Haben Texte einen eigenen Willen?

Noch etwas finde ich extrem sympathisch … Dieser Gedanke, mit dem ich schon manche meiner Kundinnen und Kunden genervt habe, die gerade dabei sind, ein (erstes) eigenes Buch zu schreiben: „Leute, das Buch hat seinen eigenen Willen …“ Das sage ich oft gleich am Anfang. Gegen Ende dann auch schon mal: „Ja, dieses Buch hat einen sehr eigenwilligen Charakter.“ Das meine ich dann immer als – ziemlich dickes – Kompliment. Auch, wenn manche Menschen nach wie vor irritiert sind … „Texte haben doch keinen eigenen Willen!“ Ich behaupte beharrlich das Gegenteil: Doch, haben sie! Um so besser verstehe ich, was Klaudia Frechen hier schreibt:  Ich werde euch „Gedichte, Geschichten, Texte, Erzählungen und mehr präsentieren.  So wie sie in mir wachsen.  Manche dieser Gewächse tun dies in einem rasend schnellen Tempo, so dass ich sie kaum schnell genug zu Papier bringen kann. Aber manche lassen sich viel Zeit und überlegen sich genau wann und ob sie überhaupt noch ein Stückchen größer werden wollen. Sie lassen sich nicht hetzen und murren, wenn eine Deadline in Sicht kommt.“

Ich glaube, wir sind uns einig: Texte haben einen eigenen Willen. Ob wir das nun wollen, oder nicht …

Der Mix machts

Und auch dieser Gedanken ist mir überaus nah: „Da ich wie Maxim Gorki der Meinung bin, dass man nicht in der Bratpfanne gelegen haben muss, um über ein Schnitzel zu schreiben, erzähle ich nicht nur von Dingen, die ich persönlich erlebt habe. Häufig mixe ich Erlebtes, Gehörtes, Gesehenes und Phantastisches, bevor daraus eine Geschichte wird, die ich zu den Lesern entlasse.“

Ich sage es ganz offen: Ich mag diesen Blog. Punkt. Und wenn ich es so kurz wie möglich begründen müsste, würde ich sagen: Der Mix machts. Denn auch die grafischen Elemente mag ich sehr. Auch die sind … tja … durchaus eigensinnig.  Sprich: Sie sind eigen UND machen Sinn.


Screenshot: https://www.klaudiafrechen.com/post/stille

Text: Maria Al-Mana


In eigener Sache

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Die Trilogie des Eigensinns besteht bislang aus zwei Büchern – die sich ohne Probleme auch wunderbar getrennt voneinander lesen lassen. In „Mein Kompass ist der Eigensinn“ geht es darum, wie wir Eigensinn erkennen, ihn für uns entwickeln können. Aber auch darum, wo er seine Grundlagen hat, welche Vorbilder ich gefunden habe – und wie er uns helfen kann. Als Kompass zum Beispiel. Oder beim Schreiben von (eigenen) Büchern.
In „Wer schreibt, darf eigensinnig sein“ steht eigentlich schon alles Wichtige im Titel: Es geht um die praktische Realisierung des Schreibens mit Eigensinn, um Kreativität, aber auch um Selfpublishing. Da gibt es jede Menge Praxistipps, Übungen und Beispiele. Aber auch die Spiellust – meiner Ansicht nach ein wichtiges Schreib-Instrument – kommt nicht zu kurz. Zum Beispiel mit dem Selbsttest „Welcher Schreibtyp bin ich eigentlich?“ Der zieht sich – augenzwinkernd bis ernst – durch das ganze Buch. Und trotzdem hat dieses Buch ganz klar im Untertitel stehen: „kein Schreibratgeber“. Damit möchte ich klarmachen: Mit dem „Gießkannenprinzip“ sollte hier nicht gerechnet werden!
Beide Bücher auf einen Blick – und auch zum Bestellen – im Shop der Autorenwelt hier. Aber natürlich auch überall sonst, wo es Bücher gibt.


 

Ich freue mich, wenn ihr diesen Beitrag in die Welt tragt ... danke!

Ein Gedanke zu „Schreiben – erzählen – texten – dichten: Klaudia Frechen

  1. Liebe Maria,
    Ganz lieben Dank für die wunderbare Vorstellung meines Blogs und dessen ungemein positive Bewertung. Da werde ich ja ganz rot …
    Ganz richtig: Ich möchte mich nicht begrenzen, möchte jedem Thema erlauben mich aufzurütteln oder zu berühren. Möchte über Grenzen, auch die meines eigenen Denkens, hinwegschreiten. Möchte Worte finden für so Vieles. Aber manchmal möchte ich auch einfach nur vom Alltag erzählen. Nur eines möchte ich nicht: Darin versinken.
    Danke für das Attribut „EIGENSINNIG“. Ich empfinde es als außerordentliches Kompliment.
    Und es erleichert mich ungemein, dass es da draußen jemanden gibt, der um die Eigenwilligkeiten von Texten oder Gedichten weiß und meine Worte versteht.

    Danke sehr!

    Klaudia

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