Schreibdenken, Älterwerden, Heinrich von Kleist und ich

Schreibdenken, Älterwerden, Heinrich von Kleist und ich

„Was war das denn?!“ Wenn ich mittendrin bin, miten in irgendwas, bestehe ich oft aus purer Emotion. Ohne Distanz, ohne Vergleich. Da passiert was, pur und ungefiltert. Das kann sogar die absolut tollste Geschichte sein – ich werde sie nicht erkennen. Es ist das pure Jetzt. Und das ist gut so.

„Tolle Geschichte!“

Erst später merke ich – vielleicht: Ui, was für eine tolle Geschichte war das denn!! Muss gar nicht mal mein Verstand sein, der das merkt. Vielleicht erinnert sich der linke Außennerv meines kleinen Fingers beim Duschen an was ganz anderes – was aber zu dieser Geschichte passt. Und plötzlich fallen mir die Schuppen von den Augen: Ja, tolle Geschichte!

Meistens ist es aber ganz anders. Dann fange ich an zu schreiben – und während des Schreibens reihen sich Gedanken wie Perlen auf die Kette. Auch da fallen Schuppen. Von Augen. Und mitten im Kopf. Aus dem Kopf in die Finger. Merke ich meistens gar nicht. Bin mittendrin. Nennt es Flow, nennt es Selbstvergessenheit – völlig egal.

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Distanz braucht Zeit. Und bei mir auch „Schreibdenken“

Genau das ist es, was ich das Schreibdenken nenne. Ich brauche es, um meine Gedanken zu entwickeln. Brauche ich ziemlich oft. Dann ist nämlich auch die Distanz da, die ich im Jetzt, wenn was passiert, noch gar nicht habe. Distanz braucht Zeit, bis sie sich entwickelt. Jedenfalls bei mir.

Und natürlich ist das Älterwerden dabi extrem hilfreich! Ich erlaube mir diese Zeit, diese Distanz inzwischen ganz bewusst. Und bin absolut glücklich, dass ich das kann, darf und tue.

Zeit ist unglaublich wichtig. Oft muss ich ziemlich lang warten, bis sich mein Schreibdenken entwickelt, bis es flutscht … Und manchmal überhaupt nicht. Dann überfällt es mich, von jetzt auf gleich. Das sind vermutlich die schönsten Momente… Dann sind das Jetzt und das Schreiben sozusagen zeitgleich. Kann ich aber leider selten steuern. In gewisser Weise ist es Hingabe … Ich muss mich dem Schreiben hingeben, denn es kommt, wie es kommt.

Heinrich von Kleist. Und wir

Aber jetzt bitte nicht denken: Das entwickelt sich doch bei allen Menschen so!

Nein. Ganz und gar nicht! Das berühmteste Beispiel ist Heinrich von Kleist. Auch sein Metier war das Schreiben. ABER: Für ihn war das Wichtigste: „die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“.

Tja.

Und wie ist das bei euch? Wie „verfertigt“ ihr eure Gedanken? Und kommt – idealerweise – damit zu Geschichten?

Ich freue mich, wenn ihr diesen Beitrag in die Welt tragt ... danke!

Ein Gedanke zu „Schreibdenken, Älterwerden, Heinrich von Kleist und ich

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