Gastbeitrag: Drohende Altersarmut

Die Prognosen sehen nicht gut aus: Etwa 2,9 Milliarden Euro werden der gesetzlichen Rentenversicherung 2016 fehlen…. Jede/r von uns sollte sich schon heute gut überlegen, wie sich einer möglichen Altersarmut entkommen lässt – am besten, ohne die Rente mit Mini-Jobs aufbessern zu müssen…. Ja, das kann unruhig machen! Hier der Gastbeitrag von Helmut Achatz dazu, der Ende Oktober erstmals in seinem Blog vorunruhestand erschienen ist:

Gastbeitrag
Gastbeitrag von Helmut Achatz, erschienen auf http://vorunruhestand.de

Auch wenn es viele schon nicht mehr hören wollen: Das sinkende Rentenniveau führt geradewegs in die Altersarmut. Da wird auch die Rentenerhöhung im kommenden Jahr nichts daran ändern. Auf diesen Umstand hat der Sozialverband VDK mal wieder hingewiesen.  “Die Neurenten befinden sich seit Jahren im rasanten Sinkflug”, so VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Heute liegt das Rentenniveau bei 47,4 Prozent, bis 2030 wird es nach den Planungen auf 43 Prozent sinken. Mascher zeigt sich kämpferisch und meint, es müsse mindestens auf 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns angehoben und dort eingefroren werden. Sonst seien auch Durchschnittsverdiener von Altersarmut gefährdet.

Rentner müssen nebenbei jobben

Die Rentner selbst bekommen jetzt den demografischen Wandel zu spüren. Viele müssen nebenbei jobben, um über die Runden zu kommen. Bei Renten wegen Erwerbsminderung werden den Antragsstellern alle möglichen Steine in den Weg gelegt. Wer vor der Regelrente in Ruhestand geht, muss mit deftigen Abschlägen rechnen: 0,3 Prozent pro Monat, den er früher geht. Gleichzeitig schrumpfen die Reserven der Rentenversicherung. Irgendwann muss der Bund seinen Zuschuss erhöhen, dabei zahlt er heute schon weit über 80 Milliarden Euro in die Kassen der Rentenversicherung. Nach neuesten Planrechnungen seines Ministeriums kalkuliert Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dem “Versicherungsboten” zufolge für das Jahr 2019 mit einem Bundeszuschuss zur Gesetzlichen Rente in Höhe vom 97,8 Milliarden Euro.

Die Rentenreserve schrumpft

Für das kommenden Jahr bereits zeichnet sich der “Passauer Neuen Presse” eine Schieflage an: Dem Blatt zufolge wird in der gesetzlichen Rentenversicherung 2016 ein Fehlbetrag von 2,9 Milliarden Euro erwartet. Dafür werden die Reserven angegriffen, die heute noch bei 1,6 Monatsausgaben liegt. Das heißt, was reinkommt, wird auch sofort ausgegeben. Wehe, wenn die Konjunktur einbricht und die Arbeitslosigkeit wieder steigt. In Zahlen beziffert waren Ende September noch 30,77 Milliarden Euro entspricht. Für das laufende Jahr rechnet die Rentenversicherung mit einem Defizit von 2,1 Milliarden Euro aus. Wie Sozialministerin Andrea Nahles ausrechnen ließ, dürften die Ausgaben der Rentenversicherung im kommenden Jahr um zwei Prozent auf 143,3 Milliarden Euro steigen. Die Einnahmen können da nicht mithalten: Sie werden nach Schätzungen von 138,4 Milliarden Euro (2015) auf 140,4 Milliarden Euro steigen. Der Beitragssatz soll aber unverändert bei 18,7 Prozent bleiben.

Das passt leider alles nicht zusammen. Das ganze Rentensystem kommt zunehmend in die Schieflage – dabei ist Nahles‘ Budget schon heute das größte des Bundeshaushalts.

5 Kommentare


  1. Ja, Altersarmut ist schon ein Thema. Was mir in dem Artikel aber fehlt, ist, dass sich wir Frauen uns generell noch immer schwer tun in Sachen Finanzen, Vorsorge oder Vermögensplanung. Denn heute ist es mehr denn je wichtig, sich selber darum zu kümmern. Interessant sind hierzu ist ein Artikel
    http://www.gold.de/artikel/gold-als-geldanlage-interessiert-frauen-nicht/, aktuell erschienen auf http://www.gold.de
    Wobei ich jetzt nicht Gold als Anlageform vorziehe. Aber der Artikel zeigt schon erschreckende Zahlen. Ich glaube, bei Aktien, Fonds usw schaut es grundsätzlich ähnlich aus, auch wenn die Gechlachterverteilung hier vlt. nicht so eindeutig ist.

    Antworten

  2. Es ist schon erschreckend, wie sich das Thema Altersarmut auch hier bei uns zwischenzeitlich entwickelt. In diesem Bereich sollte es viel mehr Aufklärung geben, damit die Menschen schon in den frühen Jahren etwas dagegen tun können.

    Antworten

  3. Sehr interessanter Blog,tolle Themen und gut geschrieben.
    Ich schmökere mich langsam durch ihn hindurch 😉
    Viele Grüße,
    Luzerne

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.