Calamity Jane – und ich. Oder: Technik und ich.
Ja, ich habe es neulich (eigentlich) scherzhaft gesagt. Eigentlich. „Wenn das so weitergeht, nenne ich mich Calamity Jane.“ Ich fürchte, ich bin wirklich diese Jane …
Eigentlich hieß sie ja Martha Jane Cannary Burke, lebte wohl von 1856 bis 1903 und ihre Geschichten sind eher ein Mix aus Wahrheit und Fiktion – passt also schon mal. Außerdem war sie Postkutschenfahrerin, Saloondame, Krankenschwester und Goldgräberin – damit kann ich ebenso gut leben wie mit dieser Wikipedia-Beschreibung: „Sie rauchte, trank, kaute Tabak und fluchte.“
Schwierig wird es erst bei der Übersetzung für ihren Spitznamen: Calamity Jane übersetzt Wikipedia mit „Katastrophen-Jane“. Tja. Da haben wir den Salat.
Meine Katastrophen
begannen einige Tage vor Weihnachten, exakt hier, im Unruhewerk.
Okay, wohl doch einige Tage früher: Da bekam wir im 4.000-Seelendorf Zell an der Mosel endlich den Servicetechniker von der Deutschen Glasfaser (wer ist das?! Sicher kein Netz-Anbieter, den ich mir freiwillig ausgesucht hätte …) vorbeigeschickt, der das fast anderthalb Jahre lang nackig brachliegende Glasfaser endlich im Haus installierte. Neues Netz, bessere Kommunikation … War dringend notwendig – beim Telefonieren am Handy hing ich vorher manchmal kopfüber aus dem Dachfenster, weil sonst der Empfang ständig abbrach. Und das bei Kundengesprächen! Also war das neue Netz ein Grund zur Freude. Theoretisch. Praktisch kostete es mich drei ganze Tage, bis Router, PC und Drucker endlich stabil miteinander „redeten“.
War noch zu verkraften – denn damit hatte ich gerechnet. Doch wie das so ist … An einer Stelle beginnt es. Und wird ganz schnell unübersichtlich. Jedenfalls für mich. Irgendwo musste ständig was neu konfiguriert werden, da ging sicher schon einiges schief. Nein, es war keine logische Kette von Ereignissen. Irgendwann machte mich die wunderbare Claudia Klinger darauf aufmerksam, dass sich hier im Unruhewerk keine Kommentare mehr schreiben ließen. Sie wollte zu einem Beitrag einiges sagen – und das war spannend. Ist jetzt leider im virtuellen Orkus verschwunden. Wie einiges andere sicher auch …
Es war ganz klar ein Plugin-Fehler, den ich nicht sofort behoben kriegte. Und es war vor allem inhaltlich extrem doof. Es ging um diesen Beitrag.
Claudia schrieb mir: „Dein allerneuester Blogpost über ein geplantes Projekt, das auf die Mitwirkung deiner Leser/innen zählt, kann nicht kommentiert werden! Dabei wäre das doch die nahe liegendste erste Reaktion, um dazu etwas zu sagen, bzw. Interesse anzumelden. Und alle, die das ausprobieren, wundern und ärgern sich …“
O ja, wie wahr! Ich möchte mich bei allen entschuldigen!
Und habe das auch nicht auf die leichte Schulter genommen, ganz und gar nicht! Ich habe gesehen, in was für einem besorgniserregenden Zustand meine Website war, hab mich erinnert, dass so was Ähnliches schon mal bei der Buchhebamme passiert ist – damals war ein Plugin daran schuld, das ich nur über den Zugriff auf das Konto bei meinem Provider löschen konnte. Hab die alten Unterlagen rausgekramt, wollte genau das wieder tun – denn damals hatte es erstaunlich schnell geklappt. Nur hatte der Provider inzwischen seine Zugangswege geändert, ich brauchte ein zusätzliches Passwort, das ich nicht (mehr) hatte. Zu viele ungültige Anmeldeversuche, Konto vorübergehend gesperrt, bis ich per Post neue Zugangsdaten bekam. In der Wartezeit dachte ich mir: Tu endlich mal wieder was Vernünftiges … Mach ein Backup deiner ganzen Festplatte (die Websites sind zum Glück angewiesen, das regelmäßig zu tun, automatisiert, ab in eine Cloud UND mein Mailpostfach.)
Dieser Backup-Versuch blockierte sich an einer Stelle plötzlich selbst – da habe ich wohl eine gravierend falsche Entscheidung getroffen. Mir bricht jetzt noch der Schweiß aus … Ja, ich habe mir an mehreren Stellen auch von ach so schlauen KI-Anweisungen Hilfe zu holen versucht. Vergebens. Ende vom Lied: Meine ganze Festplatte war futsch. War ich leichtsinnig? Vielleicht. Hab einfach im Traum nicht damit gerechnet, dass DAS passieren könnte. Und natürlich habe ich mir in dem Moment, in dem ich merkte, dass meine Festplatte in Gefahr war, ganz schnell professionelle Hilfe geholt. Der Mann konnte aber auch nichts mehr retten. Zum Glück liegen 95 Prozent meiner Daten immer schon in einer Cloud. Trotzdem!!! Mein neues Jahr begann damit, mich in wieder neu installierte, altbekannte, sich trotzdem fremd anfühlende Systeme einzufummeln … Ein ähnliches Gefühl wie nach dem Einbruch in die eigene Wohnung – wenngleich zu allem Überfluss auch noch „selbst verschuldet“.
Ja, ich habe geraucht und geflucht. Kautabak und/oder Whiskeyflasche waren grad nicht zur Hand …

Und die Moral von der Geschicht?
1. Noch achtsamer mit meinen Daten sein!
Auch wenn ihr’s vielleicht nicht glaubt: Ich bin da durchaus achtsam, habe mein eigenes Sicherungssystem – von Cloud zu PC-Festplatte und zurück, zwischendurch noch auf externe Festplatten. Nur dieses eine Mal wollte ich NOCH schlauer sein – und habe es mit dem windows-eigenen Backup versucht. DAS war das Ding, das dann streikte. Also: Achtsamkeit versus scheinbare „Schlauheit“. Ich fürchte: Calamity Jane hatte ebenfalls ihre eigene Schlauheit – die allerdings wenig kompatibel war mit dem, was allgemein als „schlau“ galt und gilt. Bleibt also lieber bei euren eigenen Wegen, die sich in Jahrzehnten bewährt haben, liebe Jane, liebe Maria!
2. Es tut mir in der Seele weh, dass ausgerechnet das Unruhewerk unter diesen Kalamitäten zu leiden hatte!
Die Sache betraf – wie gesagt – diesen Beitrag: Können Blogs und eine eBook-Serie ein Magazin bilden? Oder: eBook-Serie für „Boomer“?! Vor allem mein Blick auf Boomer und KI-Nutzung lässt sich durchaus kontrovers sehen. Und ich bin – nicht nur an dieser Stelle – gern bereit, das zu diskutieren. Kommentare? Andere Ansichten? Liebend gern! Denn Claudia hat völlig Recht: Das ist ein ziemlich wichtiger Text, was meine berufliche Zukunft angeht …
Betroffen war auch meine Vorstellung eines weiteren 50plus-Blogs … Der neue Czyslansky von Michael Kausch – „Island und noch viel mehr“. Da waren dann auf einmal schneller zwei Kommentare drin, als ich reagieren konnte. Während meine Festplatte sozusagen noch im Krankenhaus lag, schob sich das online, was ich nur in ein paar Zeilen vorproduziert hatte – als Gedächtnishilfe für mich, zur späteren Ausarbeitung. Ich habe es inzwischen nachbearbeitet, erst ab heute hat es die Form, die mir eigentlich vorschwebte …
Ausblick
2026 wird laut chinesischem Horoskop das Jahr des Feuerpferds, habe ich mittlerweile gelernt. Kommt nur alle 60 Jahre vor – passt also perfekt zum Älterwerden … Vor allem aber ist es genauso, wie es sich anhört: wild und unberechenbar. Soll für Leidenschaft, Mut, Expansion und Optimismus stehen. Gleichzeitig mahnt es uns, die Balance zu halten und unsere innere Ruhe zu pflegen … Vielleicht bin ich mit diesem Kalamitäten-Auftakt ja schon ganz gut darauf vorbereitet.
Euch wünsche ich von alldem vor allem Optimismus. Mir aber auch …
