Podcasts und das Älterwerden

Podcasts und das Älterwerden

Ja, es gibt sie – und sie produzieren tolle Sachen: Podcasts und das Älterwerden, das ist ein sehr, sehr weites Themenspektrum.

Ich möchte euch hier mal fünf Podcasts ans Herz legen:

Nummer eins: Vision und Bodenständigkeit

Mit dem Podcast „gelassen älter werden“ ist Bertram Kasper gemeinsam mit Catharina Maria Klein wohl der bekannteste „Macher“ zu den Themen rund ums Älterwerden. Klein ist Gesundheitspädagogin und arbeitet schon seit Jahren mit älteren Menschen zusammen. Zudem ist sie Speakerin zum Thema und unterstützt Unternehmen dabei, mehrgenerationale Teams zusammen zustellen und Offboardingprozesse wertschöpfend zu gestalten. Kasper ist neben Podcaster auch Blogger, Autor, Speaker, Altersstratege und wird gern als „Visionär“ in Sachen Älterwerden bezeichnet. Der möglichst differenzierte Blick auf das Thema ist ihm wichtig.

Gemeinsam betreiben die beiden einen der ersten deutschen Podcasts als Angebot für Menschen über 60 Jahren. Die Gäste sind zahlreich und manchmal auch recht prominent … Etwa Sabine Asgodom,  Tamara Dietl, Susanne Fröhlich und Constanze Kleis, Dietrich Grönemeyer oder Gerald Hüther. Doch noch spannender finde ich, all die bislang eher unbekannten Menschen zu entdecken, die sich aus den verschiedensten Blickwinkeln mit dem Thema Älterwerden auseinandersetzen. In diesem Podcast gibt es darum auch keine Scheu, eher unerfreuliche Themen in den Blick zu nehmen, etwa Altersdiskriminierung, Narzissmus, Altersarmut oder Demenz. Das ist es, was ich „Bodenständigkeit“ nennen. Alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge zu hören – abwechslungsreich und bunt … wie das Älterwerden auch.

Selbsterlebtes und die Blicke anderer

Babyboomer – zwischen Arbeit und Rente von Constanze Abratzky und Stefan Robiné. In eigenen Worten: Der Podcast „schaut aus zwei Perspektiven auf die Themen unserer Generation: Constanzes Rentenantritt steht noch bevor, Stefan hat ihn schon hinter sich. Zusammen bringen sie mehr als 120 Jahre Innenansicht der Zielgruppe mit. Entsprechend breitgefächert sind die Themen. Etwa: der letzte Arbeitstag: „Blumenstrauß, Händedruck, vielleicht ein Sektempfang – vorher und danach? Funkstille.“ Wie geht man damit um? Und wie geht es besser? Oder: „Vom Jugendtraum zum Rentenprojekt.“ Oder: „Spielend älter werden“ – ganz wörtlich genommen, es geht um Spiele in allen Lebenslagen. Doch auch Enkel und Großeltern sind ein Thema, ebenso das Vererben oder der Umzug von einer Großstadt aufs Land, anders gesagt: das altersgerechte Wohnen. In dieser Folge treffen wir eine Bekannte: Gisela Enders, deren Workbook „Aktiver Ruhestand – Wie der Weg dorthin gelingt“ ich hier schon vorgestellt habe. 

Allgemeineres zu diesem Podcast – wieder aus der Selbstbeschreibung: „Als Journalisten sind wir von Berufs wegen neugierig, als „Betroffene“ an guten Beispielen interessiert. Persönlich mögen wir´s entspannt und augenzwinkernd. Wir reden über Selbsterlebtes und/oder sprechen mit Menschen, die etwas über die geburtenstarken Jahrgänge zu sagen haben. Spätestens alle 14 Tage aufs Neue.“

Blicke über Tellerränder auf das Älterwerden

Wohl bewusst ein bisschen flapsig kommt der Podcast von Elmar Stracke daher: Alter, was geht? heißt er. Und in der Selbstbeschreibung klingt das so: „Ein Podcast über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Alters und des Alterns. Euch erwartet ist ein kurzweiliger und humorvoller Streifzug durch Kultur, Gesellschaft, Politik und Philosophie. Das Versprechen: Nach jeder Folge seid Ihr um spannende Fakten und interessante Anekdoten reicher – und ein bisschen älter.“

Stracke ist promoviert als Philosoph, blickt bewusst und gern auch immer wieder über Tellerränder: So spricht er etwa mit Prof. Venki Ramakrishnan – Nobelpreisträger für Chemie – über Alter und Tod, mit dem Sinologen Björn Alpermann über das Altern in China, mit Yong-Seun Chang-Gusko über das Altern in Korea, mit dem Publizisten und Journalisten Felix Lill über das Altern in Japan. Oder mit Martin Werding, Mitglied des Sachverständigenrats, also einem „Wirtschaftsweisen“, über die Geschichte der deutschen Rentenreformen. Das sind nur ein paar Aspekte seiner Podcastfolgen, auch die Rente in den Niederlanden ist ebenso Thema wie in der Türkei. Seine eigene Zusammenfassung: ein „Podcast für Jung und Alt mit Fakten und Funfacts aus Philosophie, Soziologie, Geschichte und Politik — und mit ganz viel Relevanz für unser gesellschaftliches Leben.

Generation Kriegsenkel

Auf Sven Rohde  bin ich erstmals im Kontext der Geschichten von Kriegsenkeln gestoßen … Er hat das Thema umkreist, aus meiner Sicht auch immer weiter gefasst – und schließlich wurde auch bei ihm ein Podcasts mit inzwischen mehr als 50 Folgen daraus. Selbstbeschreibung: „Wie zeigt sich unser Gefühlserbe in unseren Partnerschaften, in unseren Karrieren, in unserem Lebensgefühl – und welche Erklärungen liefert uns die Wissenschaft? Davon erzähle ich in diesem Podcast. Präzise, leicht verständlich und immer wieder sehr persönlich. Manchmal liegt die Ursache dieser Probleme weit in der Vergangenheit. Deswegen lade ich ein auf eine Expedition in das emotionale Erbe, das unsere Familien uns hinterlassen haben. Ob es uns nützt oder schadet, unterstützt oder blockiert.  Wir schauen zurück – und gewinnen einen klareren Blick in unsere Zukunft. Damit wir sie freier, entspannter und erfolgreicher gestalten können.“

Rohdes Ziel ist klar und eindeutig, doch die Wege dorthin sind vielfältig, manchmal überraschend: Sie können über das Wohnen und dessen Umfeld gehen, über Neurobiologie und Familiengeheimnisse, Geld, Erfolg und Schulden oder über Karrieren, Und vieles mehr. Oberbegriff: Gefühlserben. So heißt dieser Podcast und davon handelt er – nicht nur für Kriegsenkel und deren Angehörige interessant, denn nicht selten merken wir erst mit und im Älterwerden, wie stark wir von alldem betroffen sind.

Zwei Generationen blicken auf Literatur

Und zum Schluss noch einer meiner Lieblinge – ein Podcast, den ich schon lange kenne … Weil es um Literatur geht. Und weil es ein sehr bewusst generationenübergreifendes Projekt ist: Zwischen Christine Westermann und Mona Ameziane liegen zwei Generationen und unzählige Bücher in großen und kleinen Stapeln.

Was sie vereint: ihre Leidenschaft für gute Geschichten. Solche, die das Leben schreibt, aber vor allem solche, die auf unseren Nachttischen landen. Gemeinsam diskutieren sie in diesem Literatur-Podcast de WDR über die wichtigen wie auch die abseitigen Themen des Alltags … Immer zu einem vorgegebenen Thema. Und dann werden die Bücherregale geplündert. Zwischendurch kann es aber auch ganz persönlich werden. Interesse? Hier lang zu „Zwei Seiten – der podcast über Bücher“.

 

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