Noch mehr kreative Handwerker/innen

 

„Die Faszination der Frauen für Hüte ist geblieben. Ganz aufgeregt probieren sie die Modelle und bewundern sich im Spiegel“, erzählt Bea Kahl, die in Solingen ihr eigenes Hut-Mode-Atelier hat…. Ja, auch die „Modistin“ ist ein klassischer Handwerksberuf, der leider stark vom Aussterben bedroht ist. Was unter anderem an dem liegen könnte, was Bea Kahl auf die Idee zum Namen ihres Hut-Ateliers gebracht hat: „Wenn alle Frauen Hüte tragen würden, die zu mir sagen: ‚Hach, ich würde ja so gerne Hüte tragen, aber ich trau mich nicht‘, dann wäre das Straßenbild voller Menschen mit Hüten. Daher stammt mein zweideutiger Firmenname Behauptungen.“ Das ganze Porträt von Bea Kahl findet ihr hier: „Hutmacherin Bea Kahl: Behauptungen und Augenzwinkern….“

Hutmacherin Bea Kahl, kreatives Handwerk

Oder Dr. Gundula Tutt mit ihrer absoluten Faszination für historische Fahrzeuge, die sie gern alle so originalgetreu wie möglich restaurieren würde und sich niemals „anmaßen würde, „die originalen Parameter zu verändern, die beispielsweise ein Ettore Bugatti damals für seine Fahrzeuge verwendet hat“. Tutt zeigt deutlich, wie kreativ nicht nur die Berufsausübung einer Handwerkerin in der täglichen Arbeit sein kann, sondern auch die Kreativität in der Auslegung eines einmal gelernten Handwerks: „Ursprünglich wurde ich für die Erhaltung von Gemälden, Skulpturen und Wandmalereien ausgebildet und habe nach der praktischen ‚Grundausbildung‘ in genau diesem Fach Studium und Diplom absolviert“ – aber dass eine Restauratorin sich auch um Autos kümmern könnte, darauf kommt man nicht unbedingt sofort, oder? Dr. Gundula Tutt macht genau das, mit ihrem Unternehmen Omnia im badischen Vörstetten. Das ganze Porträt von ihr zum Nachlesen: Restauration historischer Fahrzeuge: Dr. Gundula Tutt.

Kreatives Handwerk „gegen die Entsinnlichung“

Dass Handwerk oft auch etwas mit Sinnlichkeit zu tun hat, diese Idee könnte einem schon mal kommen – bei Bäckern etwa, Metzgern, Konditoren und andren Produzenten von kulinarischen, handwerklichen Produkten… Aber dass ausgerechnet eine Handwerkerin, die größtenteils für Kirchen arbeitet, für sich selbst die Aussage in Anspruch nimmt, mit ihrem Handwerk „gegen die Entsinnlichung“ arbeiten zu wollen, ist auf den ersten Blick durchaus erstaunlich. Auf den zweiten allerdings gar nicht. Denn Beate Baberske – die das sagt – webt Paramente. Also alles, was zu den rituellen und Bekleidungs-Gegenständen, zur Dekoration von Tischen, Altären und anderen Gegenständen in einer christlichen Kirche gehört. Sie hat sogar eine eigene Webtechnik dafür entwickelt. Und sie hat eine klare Meinung zum Stellenwert von Handwerk: „Kann ich als Handwerkerin jungen Menschen eine sichere Zukunft bieten? Nein. Ich kann nur für mich selbst sprechen, meine Überzeugung ist das Ergebnis eines Prozesses, zu dem ich einladen kann, aber nicht ausbilden. Das heißt, das Handwerk wird sich stärker auf die Menschen verlassen müssen, die diesen Prozess hinter sich haben und sich bewusst für einen Richtungswechsel entscheiden.“ Spannend! Beate Baberske hat auch einen youtube-Kanal, da wird die Herstellung der Paramente an ihrem Webstuhl gezeigt, auf dawanda bietet sie ihre Textilkunst an, und hier ein Überblick über Angebote, Technik, Beate Baberskes Vita, Aktuelles und mehr.

Schließlich noch Hilde Polz aus München. Die Frau fertigt umwerfend schöne Damenmode…. Ihr Porträt findet ihr bei der Texthandwerkerin hier.

Vielfalt zählt!

Ja, ich weiß: Die Zahl der Frauen überwiegt stark! Darum war ich auch sehr froh, meine kleine Reihe mit dem kreativen Buchbinder Kai Ortlieb starten zu können, der laut: „Bilder. Buch. Hand! Werk“ ruft, sein Porträt hier: Buchbinderei Kai Ortlieb. Ihn und die Taschendesignerin Marion Kienzle, die aus alte Fahrradschläuchen stylische, neue Taschen macht, hab ich euch ja hier schon vorgestellt. Und die Reihe wird selbstverständlich fortgesetzt – sie macht mir nämlich großen Spaß!

 

Gefallen euch meine Porträts kreativer Handwerker/innen? Ich schreibe auch gern für euch… Falls jemand Bedarf hat – einfach mit mir Kontakt aufnehmen, dann reden wir über alles.

 

 

 

 

2 Kommentare


  1. Liebe Maria,

    danke für den sehr interessanten Beitrag. Auf Laeso, einer dänischen Insel hoch im Norden wird viel Schafswolle von der Insel verarbeitet. Wir haben wieder wunderschöne Decken für die kalte Jahreszeit und einen tollen Pullover gekauft.

    Liebe Grüße von Gisela von den Vorlesern

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    1. Liebe Gisela,
      das klingt gut! Ich hab noch einen Vorrat isländischer Wolle… die ist auch toll. Und Wolle wird ja zum Glück nicht schlecht… auch wenn ich mal wieder seit Monaten nicht zum Stricken komme.
      Herzlichen Gruß
      Maria

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